Start der Aktionstage Nachhaltigkeit 2022

Liebe Aktionstage Community, liebe Aktionstage Interessierte!

Im 10. Jahr der Initiative Aktionstage Nachhaltigkeit setzen wir gemeinsam mit Ihnen einen neuen Schwerpunkt. Wir sammeln zukunftsweisende Leuchtturmprojekte zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele.

Wir laden alle Change Maker ein, ihr Leuchtturmprojekt bis spätestens 18. September 2022 einzutragen. Ihr Leuchtturmprojekt dient als Inspiration für andere, um die Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen sichtbar zu machen. Im Oktober 2022 werden im Rahmen vom politisch hochrangigen SDG Dialogforum Österreich Leuchtturmprojekte präsentiert.

Das Team der Aktionstage Nachhaltigkeit

Aktionstage Nachhaltigkeit 2022

Liebe Aktionstage Community, liebe Aktionstage Interessierte!

Im 10. Jahr der Initiative Aktionstage Nachhaltigkeit setzen wir gemeinsam mit Ihnen einen neuen Schwerpunkt. Wir sammeln zukunftsweisende Leuchtturmprojekte zur Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele.

Als Teil der Dachinitiative Europäische Nachhaltigkeitswoche holen die Aktionstage auch diesen Herbst wieder berufliches und privates Engagement für eine Nachhaltige Entwicklung aus ganz Österreich vor den Vorhang!

Gemeinsames Zeil ist, die Aktivitäten auf der Initiativen-Webseite zu bündeln und dieses Wissen und die Erfahrungen sichtbar und zugänglich zu machen! Lassen Sie uns zusammen öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema Nachhaltigkeit gewinnen. Je mehr mitmachen, desto stärker ist das Signal, das wir gemeinsam mit den Aktionstagen Nachhaltigkeit senden!

Notieren Sie sich schon jetzt den Initiativenzeitraum! Die Anmeldung für Beiträge ist ab Anfang Mai 2022 geöffnet.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Aktionstage Nachhaltigkeit: Vom Lokalen zum Globalen

Die globalen Nachhaltigkeitsziele auf einen Blick

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sind universell, das bedeutet sie gelten für jedes Land der Welt.  Sie bieten uns Leitlinien dafür, die Welt so zu verändern, dass wirtschaftlicher Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde möglich ist.

Die SDGs sind ein ehrgeiziges Paket aus 17 Zielen und 169 Vorgaben, die zwischen den UN-Mitgliedstaaten, lokalen Behörden, der Zivilgesellschaft, dem Privatsektor und anderen Interessensgruppen im Jahr 2015 entwickelt wurden. Sie befassen sich mit globalen Herausforderungen wie Armut, Ungleichheit, Klima, Umweltzerstörung, Wohlstand, sowie Frieden und Gerechtigkeit gleichermaßen. Sie schaffen ein Bild von der Zukunft, die  für alle Menschen weltweit bis zum Jahr 2030 erreicht werden soll. In 17 Zielen wird formuliert, was für die Sicherung einer Nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene notwendig ist.


Wie übersetzen wir die Nachhaltigkeitsziele in konkrete Handlungen?

verknüpfen. Die Themenbereiche die aufgegriffen werden können sind vielfältig: Von Natur- und Klimaschutz über kulturelle Vielfalt, Nachbarschaft, unternehmerische Verantwortung, Chancengleichheit und Bildung bis zu Ernährung und Gesundheit: Nachhaltigkeit umfasst alle Aspekte einer guten, lebenswerten und verantwortungsvollen Lebens(um)welt.

Die Aktionstage Nachhaltigkeit setzen genau hier an und „übersetzen“ die globalen Nachhaltigkeitsziele in konkrete Aktionen. Wie machen sie das? Indem sie das Engagement einer  Vielzahl von Akteur:innen aus ganz Österreich vor den Vorhang holen und so für eine breite Öffentlichkeit sichtbar machen:  Von Vereinen, Bildungseinrichtungen über Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen bis zu Non-Profit Organisationen und Privatpersonen sind alle unter dem bunten Mix aus Akteur:innen zu finden. Auf der Ideenplattform der Aktionstage werden genau diese konkreten Beiträge zur den globalen Nachhaltigkeitszielen gebündelt. Sie dienen als Vorbild und Inspiration und umfassen unter anderem:

..und viele viele weitere Formate und Veranstaltungen! Alle Beiträge finden Sie im Aktionstage-Archiv!


"Aktionstage Nachhaltigkeit " goes Europe

Logo der Europäischen Nachhaltigkeitswoche

Die Europäische Nachhaltigkeitswoche (European Sustainable Development Week, ESDW) wurde von Österreich gemeinsam mit Deutschland und Frankreich initiiert. Sie ist eine Dachinitiative zur Präsentation und Umsetzung bestehender und neuer nachhaltiger Projekte in ganz Europa.

Seit 2015 ist die österreichweite Initiative „Aktionstage Nachhaltigkeit“ auch Teil dieses europaweiten Netzwerkes. Auf der zentralen Website zur ESDW stellen Unternehmen, Nichtregierungs-organisationen , Verbände, Vereine, sowie engagierte Bürger :innen aus zahlreichen europäischen Ländern ihre in der Aktionswoche stattfindenden Nachhaltigkeitsprojekte länderspezifisch dar.

Akteur:innen aus 28 europäischen Ländern dem Aufruf gefolgt, sich aktiv mit Nachhaltiger Entwicklung und den 17 SDGs zu beschäftigen und das Engagement sichtbar zu machen – was sie im Rahmen von 5.415 Veranstaltungen taten.


Die "Aktionstage Nachhaltigkeit " auf der weltweiten Bühne

Alle Teilnehmer:innen der Aktionstage Nachhaltigkeit konnten ihr Engagement auch im Zuge der SDG Action Campaign der Vereinten Nationen sichtbar machen. Diese globale Kampagne verfolgt das Ziel Menschen, Netzwerke und Gemeinschaften aus allen Teilen der Welt zu inspirieren, mobilisieren und zu verbinden, damit sie die SDGs verstehen, sich für sie einsetzen und danach handeln.

Die Globale Woche #Act4SDGs fand vom 17. bis 28. September 2021 statt, um zum kollektiven Handeln im Hinblick auf die Ziele für Nachhaltige Entwicklung anzuregen. Eine Weltkarte zeigt alle Aktionen rund um den Globus. Wichtige Interessensgruppen aus allen Sektoren sollen damit mobilisiert werden, um den Wandel voranzutreiben und die Staats- und Regierungschefs daran zu erinnern, dass die Menschen auf der ganzen Welt ihren Teil dazu beitragen


Ob lokal, regional, national, international oder global – die drei Initiativen fördern die Sichtbarkeit und Wahrnehmung von konkreten  Ansätzen und Beispielen, die einen Beitrag zur Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele leisten. Die thematischen Bereiche zeigen dabei eine große Vielfalt, genauso wie die Ansätze und Initiativen sich den jeweiligen Herausforderungen zu stellen. Gemeinsam erzeugen diese Initiativen und die zahlreichen Teilnehmer:innen auf unterschiedlichen Ebenen Aufmerksamkeit und setzen ein starkes Zeichen für das Thema einer Nachhaltigen Entwicklung.

„SDGs Leicht Gemacht!“ - Interview mit dem TOP 1 Aktionstage Highlight 2021

Frau Rowland, Ihre Webinar Reihe „SDGs Leicht Gemacht!“ wurde auf Platz 1 der Top Aktionstage Nachhaltigkeit Highlights gewählt. Ihre Idee ist sowohl bei der Aktionstage Jury als auch beim anschließenden Voting der Aktionstage Gemeinschaft sehr gut angekommen. Wie kam es zu Ihrer Idee und in weiterer Folge zur Umsetzung?

Die FH Burgenland hat im letzten Jahr unter Mitwirkung von Vertreter:innen aus allen akademischen und Management-Bereichen ihre Nachhaltigkeitsstrategie neu überarbeitet, Kurzfassung hier zum downloaden.

Die Strategie umfasst 75 operative Ziele in neun Kernbereichen. Einer dieser Kernbereiche ist die Bewusstseinsbildung, wo eines der konkreten Ziele die Integration der SDGs in Lehre und Forschung ist. Das heißt, alle unsere Mitarbeitenden, Lehrenden, Forschenden, und Studierenden müssen die SDGs erstmals kennenlernen, ihren Sinn voll verstehen und dann in ihren Bereichen umsetzen. Das ist für so manche ein großer Schritt. Um diesen Schritt zu erleichtern haben wir diese SDG-Serie entwickelt.

In der Serie wird jedes SDG eigens behandelt in Form einer einführenden Videoaufzeichnung und einem umfangreichen Folienset mit extra Ressourcen, jeweils in deutsch und englisch; auch eine allgemeine Einführung in die Nachhaltigkeit wird angeboten. Jedes Set beginnt mit einer allgemeinen Einleitung in die jeweilige Thematik, gefolgt von Infos wie es global, in Europa und in Österreich dazu ausschaut. Als nächsten Punkt folgen dann Beispiele möglicher Beiträge von verschiedenen Organisationstypen (Bildungseinrichtungen, Gemeinden, Unternehmen und Non-Profits) mit Einladung zu Übungen. Die Entwicklung der Serie dauerte 9 Monate und die Förderung dafür kam von verschiedenen Stellen: FH Burgenland Nachhaltigkeitsstabsstelle, Wirtschaftsakademie Wien, Interreg Projekt SEED Hub.

Die Aktionstage boten eine ideale Gelegenheit, diese Serie vorzustellen und mit Webinaren zu unterstützen. Wir haben uns dann kurzfristig dazu entschlossen eine ganze Kampagne für die Aktion auf die Beine zu stellen und Kooperationspartner:innen einzuladen mitzumachen, die dann auch gleich ja gesagt haben: FH Campus Wien und das Referat für Energie und Klimaschutz des Amts der Landesregierung Burgenland haben bei den Webinaren fleißig mitgemacht und die Bandbreite unserer Stakeholder erweitert. Bis zur Eröffnung der Aktionstage waren wir dann ziemlich unter Druck alles fertigzubekommen:

An der FH Burgenland bewegen wir uns jetzt in die Integration der SDGs in Lehre und Forschung. Wir haben ein Team aus allen Bereichen der FH Burgenland zusammengestellt, das Umsetzungspläne zusammen mit Peers entwickeln wird. Auf diese gemeinsame Arbeit freue ich mich schon sehr.

Ganz wichtig war uns aber, dass die SDG Arbeit „leicht“ gemacht wird und dass alle unsere generierten Ressourcen der Öffentlichkeit frei zur Verfügung gestellt sind, damit allgemein was weitergeht in der Nachhaltigkeit. Wir wollten hier die Vorarbeit leisten, role-modeln und unserer Verpflichtung als Gemeinwohl-orientierte, öffentliche Bildungseinrichtung nachkommen als Wissens- und Forschungsexpert:innen Beiträge zur Nachhaltigkeit zu leisten.

SDG Wände in unserem Hauptgebäude in Eisenstadt:

Wand mit einem passenden Zitat zum SDG 13
©FH Burgenland
Wand mit einem passenden Zitat zu SDG 4
©FH Burgenland
Wand mit einem passenden Zitat zum SDG 5
©FH Burgenland
Wand mit einem passenden Zitat zum SDG 11
©FH Burgenland

In den Webinaren werden sämtliche Themenbereiche der 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele behandelt. Zum Teil klingen diese Ziele sehr abstrakt und umschreiben auch komplexe Zusammenhänge und Sachverhalte. Wie gelang es, diese herunter zu brechen und für ein breites Publikum verständlich, anschaulich und interessant zu machen?

Dies bedarf schon einiger Übung, aber wir haben uns ja schon seit 2 Jahren intensiv mit der Materie der SDGs beschäftigt und es ist uns jetzt gelungen, dies auf mehreren Ebenen so zu kommunizieren, dass für jeden was dabei ist. Dies war unser „multi-sensory“ Approach:
• Social Media Hinweise auf die To Do’s (ganz einfache Handlungen die jedes Kind setzen kann)
• Plus PPT Präsentationen für alle Neugierigen, die mehr über die SDGs lernen wollen
• Plus Video Intro zu den SDG PPTs (die „short version“ mit Erzählcharakter)
• Vorstellung von Umsetzungsmöglichkeiten (konkrete Handlungspossibilities in verschiedenen Organisationsformen)
• Übungen zur Vertiefung (auf Organisationsebene und persönlicher Ebene)

Im Rahmen der Webinare gab es auch Raum für Fragen und Diskussion. Wurde dies von den Teilnehmenden genutzt? Was würden Sie das nächste Mal anders machen?

Naja, ehrlich gesagt, wenig. Es ist keine Diskussion zu Stande gekommen, aber mit den Gästen war es trotzdem spannend und ein ping-pong Spiel der Gedanken. Dafür wären face-to-face Events natürlich viel besser geeignet, die könnte man dann auch gleichzeitig streamen und aufzeichnen. Maybe next year!

Die SDGs sind ein gutes Beispiel für globale Bemühungen zur Verbesserung bzw. zur Transformation unserer Welt. Inwiefern sind diese Ziele auf individueller Ebene von Bedeutung? Wie können sich einzelne Personen einbringen und an der Erreichung bzw. Umsetzung der Ziele mitwirken?

Die Welt verändern ist ein Riesenaufwand, der von allen Ebenen angegangen werden muss. Die SDGs stellen eine ganzheitliche gemeinsame Roadmap dar. Wenn wir uns danach richten und Beiträge leisten, auf den Ebenen die uns zur Verfügung stehen, dann kommen wir gemeinsam weiter. Jede/r muss mitschaufeln! Aber es bedarf eben „bottom-up“ (individuell und als Gruppen) und „top-down“ (Vorgaben, Mandate, Empfehlungen, Unterstützung, Funding…), wie auch „across boundaries“ (also Partnerschaften zur gegenseitigen Unterstützung und Befruchtung).

Sie sind Nachhaltigkeitsbeauftragte auf der FH Burgenland. Wie reagieren Studierenden auf Nachhaltigkeitsthemen? Besteht hier großes Interesse, sich zu informieren oder einzubringen bzw. selbst aktiv zu werden?

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein bei den Studierenden enorm gewachsen. Vor 5 Jahren war das noch gar nicht so, da haben sich viele noch nicht angesprochen gefühlt (in meiner Erfahrung als Lehrende). Ich sage dies, weil ich damals oft hörte „das spielt bei unserer Firma keine Rolle, da gibt es den Chef und der sagt was ist; bei uns geht es nicht um Innovation oder um Nachhaltigkeit…“ — solche Aussagen habe ich schon lange nicht mehr gehört. Die Resonanz wächst also weiter.

Hat sich das Interesse an nachhaltigen Themen in den vergangenen Jahren, seit Beschluss der SDGs im Rahmen des UN Gipfeltreffens 2015, in irgendeiner Form verändert?

Also, seit 2015 ist ja nicht viel weitergegangen. Das Interesse ist gewachsen, glaub ich, weil die Konsequenzen unserer un-nachhaltigen Lebensweisen jetzt schön langsam spürbar werden und weil sich die Jungen Sorgen machen (Friday’s for Future). Die SDGs sind jetzt in aller Munde, weil die Staaten und ihre Bundesländer sich um die Umsetzung Sorgen machen – auch in Austria steigen ja die Treibhausgase jährlich heiter weiter trotz der SDG und der Green Deal Bemühungen und Commitments. Zumindest werden jetzt Förderungen an Nachhaltigkeitsumsetzungen gebunden und andere Mandate kommen ins Spiel, allerdings zu langsam und zu wenig um wirklich einen starken Impact zu kreieren. Die verschiedenen Nachhaltigkeitsaktionen, so wie diese Aktionstage helfen, um die Themen und Lösungsansätze mehr ins Rampenlicht zu bringen. Das ist gut so! Wir müssen halt überall ansetzen, vor allem bei den Kleinen, die können dann ihre Eltern weiterbilden (kein Scherz!). Ich wurde auch schon von unserem lokalen Kindergarten gebeten, ob ich nicht die SDGs mit ihnen machen könnte (werde ich auch tun).

Die FH Burgenland bietet viele verschiedene Studiengänge an – inwieweit wird in diesen Studiengängen Bezug auf die SDGs genommen? Wo gibt es noch Nachholbedarf?

Im Department Energie und Umweltmanagement wird die Nachhaltigkeit schon lange großgeschrieben. Die anderen Departments arbeiten gerade daran die SDGs zu integrieren. Dort gibt es noch Nachholbedarf. Ich arbeite an diesem Thema auch mit dem Verein „Bündnis der Nachhaltigen Hochschulen“ (der wurde seit drei Jahren entwickelt und diesen Sommer endlich offiziell gegründet, ist so ähnlich wie UniNetz aber auf Hochschulbasis). Was uns allen (Bildungseinrichtungen) fehlt ist ein geeignetes System für die qualitative und quantitative Bewertung unserer Bemühungen, sodass wir uns vergleichen und Kapazitäten/Expertenwissen an verschiedenen FHs besser erkennen können.

Ist eine Fortsetzung der Webinar Serie auf der FH geplant?

Vorerst nicht, aber in weiterer Folge sicher. Wir bauen auch ein FH-internes Training wo die SDGs eine zentrale Rolle spielen. Auch die ÖH interessiert sich für so ein Training. Wir sind die einzige Hochschule in Austria, die eine Gemeinwohlbilanz macht und wir würden hier gerne Peers sehen, die das mit uns gemeinsam machen. Vielleicht im neuen Verein…

Die besagte SDG Serie entspricht dem „human-centered“ Design Konzept, also Lösungen die sich „Menschen“ ausgedacht haben (mit ihrem beschränkten Denken und Handlungsvermögen). Als nächstes werden wir eine „nature-inspired“ SDG Serie entwickeln, also welche Lösungen die Natur vorschlägt für unsere „menschen-gemachten“ Nachhaltigkeitsprobleme. Ich bin ja Biomimicry Praktikerin („nature-inspired innovation“ ist meine Expertise). Das kann man sich so vorstellen: die Frage wäre, z.B.: „Welche alternativen Finanzsysteme führen uns in die ganzheitliche Nachhaltigkeit?“ In der Natur würden wir jetzt die Frage umwandeln und so fragen: „Wie werden Ressourcen in einem intakten Ecosystem produziert und umverteilt, damit alle teilnehmenden Organismen (also Pflanzen und Tiere) ihrer Art entsprechend (über-)leben können?“ usw… Spannend, oder?

Was steht für Sie als Nachhaltigkeitsbeauftragte der FH Burgenland ganz oben auf Ihrer Agenda? Was ist Ihnen besonders wichtig zu erreichen?

Wie schon erwähnt geht es jetzt an die Umsetzung bei uns an der FH Burgenland. Wir kommen also von der Strategie (vom PLANEN) ins „TUN“ und das ist mir das Wichtigste: dass wir ins TUN kommen und Impact haben. Uns läuft die Zeit davon in der Welt für die dringlichen Nachhaltigkeitsagenden.

Vielen Dank für die Aktionstage und unseren 1. Platz! Wir freuen uns, dass wir Nützliches beitragen durften.

***
Interview mit prof.(FH) Regina Rowland, Nachhaltigkeitsbeauftragte der FH Burgenland
Hier geht´s zum Aktionstage-Beitrag.

„Nachhaltige Schule“ - Interview mit dem TOP 2 Aktionstage Highlight 2021

Frau Forjan, Ihr Projekt Nachhaltige Schule wurde unter die Top 3 Aktionstage Nachhaltigkeit Highlights gewählt. Ihre Idee ist sowohl bei der Aktionstage Jury als auch beim anschließenden Voting der Aktionstage Gemeinschaft sehr gut angekommen. Wie kam es zu Ihrer Idee und in weiterer Folge zur Umsetzung?

Es freut uns sehr, dass wir so weit gekommen sind. Wir treffen wohl den Zahn der Zeit und es zeigt, wie wichtig dieses Thema der Jugend ist. Wie schon in der Projetbeschreibung erklärt, wollten wir Lehrer:innen nach dem Lockdown unseren Schüler:innen etwas Gutes tun und haben ein Schulkino veranstaltet mit dem Film "I AM GRETA". Danach haben wir das Thema im Unterricht besprochen und es kam schnell heraus, dass auch unsere Schüler:innen einen nachhaltigen Beitrag leisten wollen. Es wurde plötzlich auf Stromverbrauch oder Papierverschwendung geschaut, auch Plastikflaschen wurden vermieden und es wurde im Unterricht feste Seife hergestellt, um Plastik einzusparen.

Schülerinen mit Schutzkleidung und Schutzbrille zeigen ihre Daumen nach oben
© ecole güssing
Schüler:innen zeigen ihre Päckchen mit selbstgemachter Seife
© ecole güssing

Wie konnten alle notwendigen Beteiligten mit ins Boot geholt werden? Musste insbesondere zu Beginn des Projektes viel Überzeugungsarbeit geleistet werden - hinsichtlich teilnehmender Schülerinnen und Schüler oder eher im Lehrerkollegium oder in der Direktion?

Unsere Frau Direktor hat uns von der ersten Idee an voll unterstützt, da auch sie sehr für das Thema brennt und die Wichtigkeit einer „Nachhaltigen Schule“ erkannt hat. Ohne motivierte Schülerinnen und Schüler wären wir gar nicht so weit gekommen, wie wir es heute sind, auch sie waren sofort mit an Bord.

Wie dürfen wir uns die Kooperation zwischen dem Ecole Güssing und der FH Pinkafeld in der Praxis vorstellen?

Wir sind schon seit geraumer Zeit Kooperationspartner. Wir haben schon Sparkling Science Projekte miteinander gemacht und es sind immer wieder Gastreferent:innen von der FH bei uns an der Schule.
Z.B heuer durchgeführte und noch geplante Zusammenarbeiten:

Waren Nachhaltigkeit und die SDGs in der Schule und bei den Schülerinnen und Schülern bereits vor dem Projekt „Nachhaltige Schule“ bekannt? Gab es bereits Vorwissen auf das aufgebaut werden konnte? Haben sich die Schülerinnen und Schüler mit den Themen im Privaten bereits auseinandergesetzt?

Die SDGs wurden ihnen im Unterricht nähergebracht, und bis dahin waren sie eigentlich den Schülerinnen und Schülern nicht bekannt. Vereinzelt haben sich Schülerinnen und Schüler auch davor schon Gedanken zur Nachhaltigkeit gemacht und dies auch gelebt.

Welche Tipps haben Sie für Schulen, die dieses Projekt nachahmen wollen? Welche Dos and Don`ts würden Sie empfehlen? Welche Stolpersteine mussten Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern überwinden?

Motovierte Schülerinnen und Schüler sind das Um und Auf. Schülerinnen und Schüler stecken voller Ideen. Wenn man sich als Lehrende darauf einlässt, können die besten Dinge entstehen. Man braucht auch die Mithilfe der Kolleginnen und Kollegen und da muss man sich schon gut verstehen und gut organisieren, damit solche Projekte im Schulalltag stattfinden können.

Welches Erlebnis, welche Erfahrung, welcher Schwank, welche Aussage, wird Ihnen ein Leben lang in Erinnerung bleiben, wenn Sie an die Nachhaltige Schule zurückdenken?

Corona hat unseren Schülerinnen und Schülern auch psychisch sehr zugesetzt. Sie haben es danach richtig genossen, als sie wieder in der Schule Freund:innen treffen konnten. Das Kino hat allen sehr gutgetan. Unsere Fachvorständin hat mit Hilfe anderer Popcorn gemacht von Mais, den sie bei sich angebaut hat. Das war schön anzusehen, wie sich unser Schüler:innen über so Kleinigkeiten, die früher normal waren, gefreut haben. Oder als wir die Kräuter für unsere Kräuterseife geschnitten haben und ein Schüler gesagt hat: „Das ist so schön, können wir immer so arbeiten. Das Kräuterschneiden macht so viel Spaß!“ Man sieht wie wichtig das Tun, das Vorleben, das Selbermachen ist und wie wichtig die Praxis im Schulalltag ist.

Ein Schüler schneidet frische Kräuter
© ecole güssing

Gibt es eine Fortsetzung oder/und einen Ausbau der Nachhaltigen Schule in der Ecole Güssing?

Oh ja, da haben wir noch viel vor:

Schüler:innen stehen hinter einem Stand mit Fair-Trade Produkten
© ecole güssing

Außerdem haben wir vor, bei der Trash Value Challenge mitzumachen und Upcycling Produkte herzustellen.
Wir sind ein engagiertes Team und haben viel vor und viele Ideen. So hoffen wir, dass wir die Welt gemeinsam ein bisschen besser machen. Jedes Rädchen, das wir drehen bringt Veränderung. Wir hoffen, dass wir so eine Richtung vorgeben, die zukunftswirksam für alle ist.

***
Interview mit Mag.a Ruth Forjan, Lehrerin an der ecole güssing
Hier geht´s zum Aktionstage-Beitrag.

World Clean Up Day - Interview mit dem TOP 3 Aktionstage Highlight 2021

Frau Wittmann, die Aktion, die Donauinsel von Müll zu befreien, wurde unter die Top 3 Aktionstage Nachhaltigkeit Highlights gewählt. Ihre Idee ist sowohl bei der Aktionstage Jury als auch beim anschließenden Voting der Aktionstage Gemeinschaft sehr gut angekommen. Wie kam es zu Ihrer Idee und in weiterer Folge zur Umsetzung?

Die Idee zum Müllsammeln hatte ich, da ich Migrationshintergrund mütterlicherseits aus Kroatien habe. Ich sah den Plastikmüll vor 25 Jahren, der an der Küste an der Insel ankam, wo mein Cousin ein Haus hat, aber keine Müllabfuhr stattfindet. Dort sah ich auch zum ersten Mal eine Möwe, die sich in einem Angelflachs verheddert hatte und die verendet wäre, hätte mein Mann damals nicht die Möwe entwirrt. Damals warfen wir dann den Plastikmüll in eine Schafstränke und zündeten ihn - sowie es auch Leute in armen Ländern machen- an. Wir konnten nämlich nicht die große Müllmenge mit dem kleinen Boot hin und herfahren, dann hätten wir den ganzen Urlaub damit verbraucht und die Kosten konnten wir uns natürlich auch nicht leisten. Eine Überfahrt kostete 100 Euro. Heutzutage weiß ich natürlich, dass das nicht gut ist, denn das Plastik wird gasförmig und setzt sich dann auf Blüten ab und wird so mit den Beinen der Bienen in den Honig gebracht.

Nachdem ich die Dokumentation Plastic Planet von Werner Boote 2009 gesehen hatte, sammelte ich weiter alleine, doch ich hatte den Gedanken, einen Verein zu gründen, was dann im Februar 2018 geschah. Der World Clean Up Day wurde zum ersten Mal bereits 2018 vom Verein Plastic Planet in Österreich durchgeführt.

Ich habe vom World Clean Up Day auf der internationalen Seite erfahren und meine Stellvertreterin nahm sogar im Urlaub auf Mauritius am WCD 2018 damals teil. Somit wurde diese Bewegung immer größer und auch in den Bundesländern begannen verschiedene Organisationen Müll zu sammeln.

Gruppenfoto von Müllsammler:innen auf einem Strand der Insel Mauritius.
© Franz Müller

Über welche Kanäle haben Sie auf Ihr Projekt aufmerksam gemacht? Und wie gelang es Ihnen, die lokale Bevölkerung dazu zu bewegen, mitzumachen? Wie viele Menschen haben sich an der Aktion beteiligt?

Meine Kanäle zum Motivieren der Teilnehmenden sind Facebook/Twitter/Instagram/LinkedIn/Meinbezirk.at und direktes Telefonieren und E-mailen. Außerdem sind wir Mitglied von "SDG Watch Austria", die uns auch in Facebook mit dem Teilen unterstützen. Weiters haben wir unsere Sammelstelle bei der U1 auch bei "Nachhaltiges Österreich" und "Ökoevent" angemeldet. Teilgenommen 2021 haben 40 Erwachsene und 2 Kinder, davon Mitglieder der Vereine: Ploggerei, Wiener Naturwacht, Wiener Saubermacherinnen, Verein Mirkollektiv, Alpenverein, UUGS, Initiative Oase Korbweidenweg und erstmalig auch Mitglieder der Kirche Jesu Christi HLT.

Verraten Sie uns, was (welche Produkte) Sie am häufigsten unter dem gesammelten Müllberg vorfanden?

Plastik/Dosen/Glaseinweggebinde/Essensverpackungen

Das alles wurde in 2 Stunden gesammelt!

Gruppenfoto von Müllsammler:innen mit gelben Warnwesten, Greifzangenn und Müllsäcken
© Franz Müller

Erzählen Sie uns von Ihrem interessantesten, herausragenden oder originellsten Fund bzw. Sammelstück.

Der traurigste Fund ist eine Butangasaluminiumdose zum Auffüllen von Feuerzeugen. Es wird zwar das Feuerzeug aufgefüllt, aber nur zu dem Zweck, Geld zu sparen, hätte die Person ein Umweltbewusstsein gehabt, hätte sie die Dose nicht achtlos ins Gebüsch geworfen.

Wie reagieren die Leute auf Ihre Müll Sammelaktion? Können Sie uns von besonderen Erlebnissen oder Vorkommnissen berichten? Schließen sich vielleicht Leute spontan an oder Ähnliches?

Selten schließen sich Leute vereinzelt an. Dieses Mal schloss sich ein Obdachloser an. Leute, die vorbeigehen, informieren sich über unser Tun, da wir gelbe Warnwesten tragen und es somit auffällig ist, wenn eine große Gruppe auf der Donauinsel herumgeht. Dieses Jahr haben wir verstärkt auf Zigarettenstummel das Augenmerk gelegt, da ich bei der letzten "Lets do it" Konferenz dazu animiert wurde.

Vor einem Mistkübel liegen Zigarettenstummel auf dem Boden. Diese wurden mit Kreide umrandet und mit Pfeilen und dem Wort "Aschenrohr" in Richtung des Mistkübels versehen.
"Schandkreise" © Franz Müller

Nun sind sicherlich viele Leute auf Ihren Verein Plastic Planet Austria aufmerksam geworden und wollen ebenfalls aktiv werden und sich eventuell einbringen. Wie machen sie das am, besten?

Gerne können uns Leute entweder per E-mail oder über die Vereinswebsite kontaktieren, um sich aktiv einzubringen. Außerdem ist es angebracht, Supermärkte und Regionalpolitikerinnen und -politiker wegen der bereits vorgeschriebenen Verpackungsveränderung selbständig anzuschreiben. Wir freuen uns über neue Ideen zur Müllvermeidung sowie dessen Beseitigung und sind gerne bereit, per Flyer oder persönlich zu informieren.

Weitere Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden:

Wann und wo gibt’s die nächste Müll Sammelaktion?

Der nächste World Clean Up Day findet am 20. März 2022 wieder auf der Donauinsel statt.

***
Interview mit Stella Wittmann, Vorständin des Vereins Plastic Planet Austria
Hier geht´s zum Aktionstage-Beitrag.

Spielerische Auseinandersetzung mit den SDGs

Die 17 globalen Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) bieten uns Leitlinien, die Welt so zu verändern, dass wirtschaftliche Entwicklung im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde möglich ist. Mehr Nachhaltigkeit gelingt nur mit entsprechender Bildung – bekannt als Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE). Erwachsene und Kinder müssen darin gestärkt werden und vor allem die jüngeren Generationen müssen Schlüsselakteur:innen für eine bessere Zukunft sein. Die Schule und das Zuhause dienen für Kinder und Jugendliche als wichtige Lernorte für Nachhaltigkeit. Wenn wir eine lebenswerte Welt erhalten wollen, müssen wir alle umdenken. Kinder sind dafür besonders offen und sollten von Anfang an erleben und lernen, wie man nachhaltig denkt und handelt. So können die Kinder ihre Zukunft selbstwirksam mitgestalten.

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen ein SDG-Brettspiel vorstellen, das vom Team des Regionalen Informationszentrums der Vereinten Nationen (UNRIC) entworfen wurde. "Go-Goals!" ist eine Mischung aus Brettspiel und Quiz. Es wurde entwickelt, um Kindern auf der ganzen Welt die 17 Sustainable Development Goals auf einfache und kindgerechte Weise näher zu bringen. Es führt Kinder an das Thema Nachhaltige Entwicklung heran, indem auf den Schutz des Planeten, die Bekämpfung von Ungleichheiten und die internationale Solidarität eingegangen wird.

Das Spiel soll sie dabei unterstützen zu verstehen, wie sich die 17 SDGs auf das Leben von Kindern auswirken und was sie jeden Tag tun können, um diese Ziele bis 2030 zu erreichen. "Go-Goals!" wurde als "Do-it-yourself-Spiel" konzipiert und richtet sich vor allem an Kinder von acht bis zehn Jahren. Die Materialien können kostenlos heruntergeladen, selbst ausgeschnitten und bemalt werden. Sind alle Elemente fertig kann es losgehen: Das Spiel hat sehr einfache Regeln und vermittelt auf kindgerechte Weise Wissen über die Ziele für Nachhaltige Entwicklung.

(c) Vereinte Nationen

(c) Vereinte Nationen

Wisst ihr, wie viele Lebensmittel weltweit täglich verschwendet werden? Wie helfen Bienen unserer Umwelt? Was bedeutet die Vertreibung von Kindern? Welches Land hat die höchste Anzahl von Frauen im Parlament? Wie kannst du feststellen, ob jemand in Armut lebt? Was sind erneuerbare Energien?

Es gibt viele Fragen, auf die das Spiel Antworten gibt und damit Familien in Themen wie Gender, Klimawandel, Entwicklung und andere globale Fragen und Prioritäten einführt.

Es gibt zwei verschiedene Reihen von Fragen, einen für die Jüngsten ab 8 Jahren, den anderen mit etwas schwierigeren Fragen für Jugendliche. Und für diejenigen, die eine zusätzliche Herausforderung hinzufügen möchten, ist das Brettspiel auch noch in 19 anderen Sprachen verfügbar, darunter Englisch, Französisch, Spanisch, Arabisch und Chinesisch. Es kann also auch als Hilfsmittel zum Erlernen einer Fremdsprache verwendet werden. Die Kinder werden ermutigt, ihre eigenen Fragen zu entwickeln und darüber zu diskutieren, wie sie die SDGs zu Hause und in der Schule umsetzen können.

Hier finden Sie die Materialien zum"Go Goals Spiel" zum herunterladen.

Auch Partner:innen und Teilnehmer:innen der Aktionstage Nachhaltigkeit liefern Angebote, um sich spielerisch mit den SDGs zu beschäftigen, z.B.

Forum Umweltbildung

Umwelt-Bildungs-Zentrum-Steiermark

Südwind

Bildung2030 - Plattform für Globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung

Österreichs freiwilliger Bericht zur Umsetzung der SDGs vor dem High-Level Political Forum der Vereinten Nationen

Das Hochrangige Politische Forum für Nachhaltige Entwicklung (High-Level Political Forum on Sustainable Development, kurz HLPF) besteht seit dem Jahr 2013 und ist das Gremium der Vereinten Nationen, dass sich mit der Abstimmung der globalen Nachhaltigkeits-Politik beschäftigt. Das HLPF spielt eine zentrale Rolle bei der Weiterverfolgung und Überprüfung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs) auf globaler Ebene.

Die 17 SDGs sind das Kernstück der Agenda 2030, die uns Leitlinien dafür bietet, die Welt so zu verändern, dass wirtschaftlicher Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde möglich ist. Sie befassen sich mit globalen Herausforderungen wie Armut, Ungleichheit, Klima, Umweltzerstörung, Wohlstand sowie Frieden und Gerechtigkeit gleichermaßen. Sie schaffen ein Bild von der Zukunft, das für alle Menschen weltweit bis zum Jahr 2030 erreicht werden soll.

Als Teil des Überprüfungsmechanismus der Agenda 2030 sind alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen angehalten, im Zeitraum 2015 bis 2030 zumindest zweimal einen freiwilligen nationalen Umsetzungsbericht beim HLPF zu präsentieren. Österreich präsentierte im Juli 2020 seinen ersten Freiwilligen Nationalen Bericht zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele/SDGs im Rahmen des HLPF in virtueller Form.

© Bundeskanzleramt

Der Bericht ist auf der einen Seite eine gesamtstaatliche Bestandsaufnahme umgesetzter Maßnahmen, Erfolgsgeschichten und Initiativen zur Umsetzung der Agenda 2030 in Österreich und auf der anderen Seite Darstellung weiterhin bestehender Herausforderungen in diesem Zusammenhang.

Eckpunkte aus dem Bericht:

Viele Akteur:innen sollen Beitrag zur Erreichung der SDGs leisten

Inhaltliche Schwerpunkte

Positive Weiterentwicklung bei vielen Zielen

Bestehende Herausforderungen bei Ressourcenverbrauch und Flächenversiegelung

Hier finden Sie den gesamten Bericht.
Hier finden Sie die Hauptbotschaften des Berichts.

SDG-Kommunalcheck für Investitionsprojekte

Titelbild der Broschüre "SDG-Kommunalcheck für Investitionsprojekte"
___________© IUFE, ÖSFW, KDZ

Das neuartige Tool ermöglicht, die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) in Städten und Gemeinden umzusetzen. Bei der Anwendung stellt der SDG-Kommunalcheck für Investitionsprojekte ein konkretes Projekt wie etwa die Errichtung eines öffentlichen Kindergartens oder die Neugestaltung des Hauptplatzes in den Mittelpunk der Betrachtung. Mithilfe von Ja/Nein-Fragen, welche eigenständig und je nach individuellen Bedürfnissen vor Ort formuliert werden, ist es möglich, alle 17 SDG-Handlungsbereiche umfassend zu beleuchten. Das Tool ist so konzipiert, dass es möglichst eigenständig von Projektträger/innen beispielsweise in Politik (Gemeinderat), Verwaltung (Amtsdirektion) oder Zivilgesellschaft (Verein) angewendet werden kann.

Nutzen für Kommunen

Angenommen, eine Kommune zieht den SDG-Kommunalcheck für ein Investitionsprojekt heran, kann vielfältiger Nutzen generiert werden. Dazu zählt beispielsweise jener Aspekt, dass ein Projekt möglichst ganzheitlich gedacht bzw. geplant wird. Dadurch können „blinde Flecken“ sowie Zusammenhänge zwischen kommunalen Themen, die bis dato noch nicht berücksichtig wurden, erkannt werden. Etwaige teure Folgekosten können vermieden und öffentliche Finanzmittel klug eingesetzt werden. Zudem ist der Akt einer gemeinsamen Planung (z.B. Bürger/innen-Beteiligung, Multi-Stakeholder-Planung) möglich.

Kommunen als Ort der Lebensqualität

Der SDG-Kommunalcheck wurde vom Institut für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE), Ökosozialen Forum Wien und dem KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung entwickelt und im März 2021 veröffentlicht. Kommunen spielen eine zentrale Rolle, um die Lebensqualität vor Ort abzusichern und zu verbessern. Gerade weil die finanziellen Handlungsspielräume im Kommunen oftmals limitiert sind, kann die Planung entlang der SDGs dazu beitragen, zukunftsfit zu investieren und Lebensqualität zu sichern. Genau dafür gibt es den SDG-Kommunalcheck. So gelingt nachhaltige kommunale Entwicklung!

Details und Download (PDF): www.iufe.at/projekte/tool-sdg-kommunalcheck-fuer-investitionsprojekte  

Autor des Artikels: DI Florian Leregger; Geschäftsführer des Instituts für Umwelt, Friede und Entwicklung (IUFE) 

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