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Österreichs freiwilliger Bericht zur Umsetzung der SDGs vor dem High-Level Political Forum der Vereinten Nationen

Das Hochrangige Politische Forum für Nachhaltige Entwicklung (High-Level Political Forum on Sustainable Development, kurz HLPF) besteht seit dem Jahr 2013 und ist das Gremium der Vereinten Nationen, dass sich mit der Abstimmung der globalen Nachhaltigkeits-Politik beschäftigt. Das HLPF spielt eine zentrale Rolle bei der Weiterverfolgung und Überprüfung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, kurz: SDGs) auf globaler Ebene.

Die 17 SDGs sind das Kernstück der Agenda 2030, die uns Leitlinien dafür bietet, die Welt so zu verändern, dass wirtschaftlicher Fortschritt im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen der Erde möglich ist. Sie befassen sich mit globalen Herausforderungen wie Armut, Ungleichheit, Klima, Umweltzerstörung, Wohlstand sowie Frieden und Gerechtigkeit gleichermaßen. Sie schaffen ein Bild von der Zukunft, das für alle Menschen weltweit bis zum Jahr 2030 erreicht werden soll.

Als Teil des Überprüfungsmechanismus der Agenda 2030 sind alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen angehalten, im Zeitraum 2015 bis 2030 zumindest zweimal einen freiwilligen nationalen Umsetzungsbericht beim HLPF zu präsentieren. Österreich präsentierte im Juli 2020 seinen ersten Freiwilligen Nationalen Bericht zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele/SDGs im Rahmen des HLPF in virtueller Form.

© Bundeskanzleramt

Der Bericht ist auf der einen Seite eine gesamtstaatliche Bestandsaufnahme umgesetzter Maßnahmen, Erfolgsgeschichten und Initiativen zur Umsetzung der Agenda 2030 in Österreich und auf der anderen Seite Darstellung weiterhin bestehender Herausforderungen in diesem Zusammenhang.

Eckpunkte aus dem Bericht:

Viele Akteur:innen sollen Beitrag zur Erreichung der SDGs leisten

  • Für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Erreichung der SDGs in Österreich wurde ein breiter Ansatz gewählt. Das bedeutet, dass es keinen zentralen Aktionsplan gibt, sondern die einzelnen Akteur:innen wie Ministerien, Bundesländer, Städte, Gemeinden, Sozialpartner:innen und die Zivilgesellschaft von sich aus gefordert ist in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich Maßnahmen zu setzen.
  • Für die allgemeine Koordinierung und zum Austausch mit den relevanten Akteur:innen wurde eine interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) eingerichtet, die beim Bundeskanzleramt angesiedelt ist
  • Im Bericht wurden Strategien vorgestellt, in denen die Verankerung der 17 SDGs zum Ausdruck kommt und auch zahlreiche Beispiele von konkreten Initiativen und Projekten. Auch die „Aktionstage Nachhaltigkeit“ gehören zu einer dieser „"Flagship-Initiativen".

Inhaltliche Schwerpunkte

  • Als inhaltliche Schwerpunkte bei der Umsetzung der SDGs hat Österreich drei Themenbereiche gewählt: Digitalisierung, Klimaschutz und Klimawandelanpassung sowie Frauen, Jugend und Verbesserung der Lebenssituation benachteiligter Gruppen. In den Detailberichten zu den drei Schwerpunkten werden verschiedenste Initiativen und Vorhaben präsentiert.

Positive Weiterentwicklung bei vielen Zielen

  • In Österreich gibt es z.B. wesentlich weniger Armut als im Durchschnitt der EU-Mitgliedsländer, die Zahl der Wohnungen mit schlechtem Wohnstandard sinkt. Im Bereich Ernährung und Nahrungsmittelproduktion ist das Land mit seinem hohen Anteil an Bioflächen Spitzenreiter in der EU.
  • Die Gesundheitsversorgung ist grundsätzlich gut, der Zugang zu einwandfreiem und bezahlbarem Trinkwasser ebenso gesichert wie der Zugang zu bezahlbaren, verlässlichen und modernen Energiedienstleistungen.

Bestehende Herausforderungen bei Ressourcenverbrauch und Flächenversiegelung

  • Österreicher:innen verbrauchen mit rund 19 Tonnen pro Kopf deutlich mehr Rohmaterialien als im EU-Schnitt (13,8 t); Siedlungsabfälle sind ebenfalls angewachsen. Auch bei den Einkommensunterschieden von Männern und Frauen hinkt Österreich hinterher.
  • Die Flächennutzung für Bau-, Verkehrs- und Freizeitflächen und sowie die verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen nahmen weiter zu.

Hier finden Sie den gesamten Bericht.
Hier finden Sie die Hauptbotschaften des Berichts.

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