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NH-Reporterin Aglavaine Lakner bei „Pflanzen essen – Veganes Weltdinner“ am 24. Mai 2018

Das Afro-Asiatische Institut Salzburg (AAI)

ist eine Non-Profit-NGO, die im entwicklungspolitischen Bereich agiert. Bereits seit der Gründung des Institutes (1988) steht dabei der interkulturelle und interreligiöse Dialog im Vordergrund. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen Bildung, Beratung und Begleitung.

Zweimal im Semester veranstaltet das AAI ein Weltdinner. Am 24. Juni stand dieses im Zeichen veganer, also rein pflanzlicher Ernährung.

NH-Reporterin Aglavaine Lakner bei „Pflanzen essen – Veganes Weltdinner“ am 24. Mai 2018 3Der Referent Andreas Hirnsperger

studierte Mathematik und Sport, ist seit 6 Jahren Veganer und seit 2017 Trainer für diese Ernährungsform. Er brachte den rund 20 Teilnehmer*innen die vegane Lebensweise näher.

Für ihn selbst war es nie ungewöhnlich, kein Fleisch zu essen, da sich Mutter und später auch Schwester vegetarisch ernährten. Vor 7 Jahren beschloss er, keine Tiere mehr zu essen und ein Jahr später verzichtete der begeisterte Sportler generell auf alle tierischen Produkte.

Vorteile einer Ernährung ohne Nahrungsmittel tierischen Ursprungs

Gerade als Bergläufer schätzt Hirnsperger das leichte vegane Essen, das die Verdauung weniger belastet und mehr Vitamine und Mineralstoffe enthält, denn unsere traditionelle westliche Ernährung hat zwar eine sehr hohe Energiedichte, dafür aber einen sehr geringen Nährstoffgehalt. Das führt zu Übergewicht bei gleichzeitiger Mangelernährung.

Wichtig war dem Referenten zu betonen, dass es natürlich um eine abwechslungsreiche Kost mit frischen Produkten geht, denn natürlich ist es auch möglich sich als Veganer*in ungesund zu ernähren. Viele vegane Fertigprodukte sieht der Referent hier sehr kritisch (zu süß, zu salzig, zu fett).

Durch den Verzicht auf tierische Produkte könnte nur eine Unterversorgung mit dem Vitamin B12 problematisch werden, das ausschließlich in tierischen Produkten vorkommt. Veganer*innen sollten dieses deshalb durch Präparate ergänzen oder „nicht zu Tode gewaschenes“ Gemüse verzehren, wo es in den Randschichten vorhanden ist. Ansonsten spricht jedoch aus gesundheitlicher Sicht vieles nicht gegen, sondern sogar für diese Ernährungsform.

Aber nicht nur gesundheitliche, auch ökologische Gründe werden ins Treffen geführt. So sind etwa der Energie- und Ressourcenverbrauch für die Erzeugung von Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten um ein Vielfaches höher, als bei pflanzlicher Kost. Um 1kg Rindfleisch zu erhalten muss ich zuerst 7kg Getreide verfüttern, anders gesagt werden 7 Mal mehr Menschen mit Getreide satt, als mit Fleisch. In diesem Zusammenhang ist auch interessant, dass über 90% der weltweiten Sojaernte an Tiere verfüttert wird. Dieses Soja wird vor allem dort angebaut, wo zuvor Regenwald abgeholzt wurde, weil wir bei uns in Europa nicht genügend Fläche für den Anbau zur Verfügung haben. Soja wächst nämlich auch bei uns. Aus europäischem Soja werden hauptsächlich die Sojaprodukte für Menschen hergestellt.

Auch der Wasserverbrauch bei der Herstellung tierischer Produkte ist enorm und pflanzliche Nahrungsmittel haben 40% weniger Treibhausgase im Gepäck als tierische.

Zuletzt werden noch ethische Gründe für eine vegane Ernährung erwähnt. Ob es grundsätzlich legitim ist, Tiere zu töten bzw. zu nutzen, muss natürlich jede*r für sich selbst entscheiden, aber das unsägliche Tierleid, das durch Massentierhaltung entsteht, ist sicherlich ethisch nicht vertretbar.

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Die Zubereitung der Vorspeise

 

Wir bereiten ein veganes Menü zu

Was kann ich als Veganer*in nun eigentlich essen? Die Teilnehmer*innen erfuhren das nun praktisch bei der Herstellung eines veganen Menüs, bestehend aus bunter Salatrolle mit Erdnussdip, Quinoa-Risotto mit grünem Spargel und Champions und Brownie-Cheesecake Torte. Es wurde eifrig geschnipselt, gekocht, gebacken und anschließend unter Ahs und Ohs und Mmms verzehrt. Alles in allem ein sehr interessanter, lehr- und genussreicher Abend.

Für mich – ich bin seit über 30 Jahren Vegetarierin – war es eine Anregung, öfter bewusst vegan zu kochen, weil es so schmackhafte Rezepte gibt.

Eure NH-Reporterin Aglavaine

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Beim Genuss der leckeren Gerichte werden Erfahrungen und Rezepte ausgetauscht

 

Fotos: © Land Salzburg