Achtsamkeit erleben


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Beschreibung: 
Trainingsreihe "Achtsamkeit erleben" - neues intergeneratives und inklusives Angebot seit der Quarantänemaßnahmen der Regierung zur Eindämmung von Covid 19. In den ersten Wochen der Quarantäne im März 2020 wurde sichtbar, dass viele Menschen massive Ängste entwickelten, mit denen sie im Grunde alleine zurecht kommen mussten. Ob Überforderung durch Homeoffice und Kinderbetreuung zu Hause oder die Angst von Personen aus der Hochrisikogruppe, für alle ist es das Wichtigste, Zugang zu sich selbst und den eigenen Ressourcen zu finden. Dabei wollten wir sie unterstützen - rasch, kostenlos und nachhaltig. Besonders in Krisenzeiten wie dieser bzw. in Zeiten, in denen eine ständige Überreizung der Sinne durch hohen Medienkonsum in unserer Leistungsgesellschaft stattfindet, ist es wichtig, einen Ausgleich zu schaffen und über seine persönlichen Ressourcen und Grenzen bescheid zu wissen. Wenn man sich selbst gut kennt und wahrnimmt und sich selbst Gutes tun kann, auch in Quarantänezeiten, hat man einen Schatz (sich selbst), auf den man jederzeit zurückgreifen kann. Das war und ist das Ziel, das mit der Trainingsreihe „Achtsamkeit erleben“ angestrebt wird. Sibylle Lamatsch, Mitarbeiterin des Hilfswerk-Nachbarschaftszentrum 22-Donaustadt, befindet sich seit Beginn des Jahres in Ausbildung zur diplomierten Entspannungs- und Achtsamkeitstrainerin. Durch diese Ausbildung sensibilisiert und durch die eigene Erfahrung als arbeitende Mutter im Homeoffice, war es ihr ein Anliegen, ihr Wissen und ihre positiven Erfahrungen möglichst schnell und unbürokratisch an andere weiterzugeben. Im Hilfswerk-Nachbarschaftszentrum treffen sich normalerweise Menschen aller Altersklassen, jeder Herkunft, mit und ohne Behinderung... Alle Angebote sind kostenlos, um jeder und jedem die Teilnahme zu ermöglichen. Jede*r soll die Chance haben, an einem lebenswerten Grätzl aktiv teilzuhaben. Über 80 Menschen waren Anfang März als freiwillige Mitarbeiter*innen aktiv und boten Gruppen wie Tanzen, Wandern, Lernclub für Kinder oder Deutsch-Konversation an. Nach Schließung des Zentrums und der Umstellung auf telefonische Angebote wie Gesundheitsberatung, Soziale Orientierungsberatung, Kontakte gegen Einsamkeit und dem Aufbau eines Besorgungsdienstes für Hochrisikopatient*innen, der von engagierten, neu gewonnenen, Freiwilligen übernommen wurde, die diese mit Einkäufen belieferten, war es notwendig, auch online Angebote zur Steigerung der Lebensqualität durch Förderung der Gesundheit ins Leben zu rufen. Das neue Online-Tool Microsoft Teams ermöglichte so auch weiterhin das Arbeiten mit allen Zielgruppen, die durch das Erlernen neuer Tools dazu befähigt wurden, sich selbst Gutes zu tun. Situationsangepasst, je nach den Maßnahmen und Empfehlungen der Regierung sollte es jedoch möglich sein, flexibel auf die aktuelle Situation zu reagieren und so wurden und werden die Trainingseinheiten online und/oder real im schönen Innenhof beim Nachbarschaftszentrum angeboten. Am 15. März begannen die Quarantänemaßnahmen, im April startete die erste online Einheit "Achtsamkeit spüren" und wurde begeistert angenommen. Die technischen Hürden wurden gemeinsam mit den Teilnehmenden rasch bewältigt (manchen wurde der Zugang zum Internet oder ein gratis Laptop organisiert) und die Übungen mit Freude erlernt. Diese können ganz einfach trainiert und gut in den Alltag integriert werden. Da bei einigen Teilnehmer*innen die Kinder auch zu Hause waren, wurden diese bei Interesse einfach miteinbezogen und die Termine wurden zu einer kleinen, feinen und lehrreichen Auszeit im Alltag. Viele Aha-Effekte wurden durch einfachste Achtsamkeitsübungen erzielt, die den Fokus auf das Spüren, Atmen und Denken - das gezielte Wahrnehmen des eigenen Körpers und Geistes - richteten. Die nachhaltige Wirkung wird sofort erzielt, da die Übungen leicht und kostenlos zu erlernen sind, sofort in den Alltag integriert werden können und das direkte praktische Erleben während der Trainingseinheit einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Die Trainingsreihe "Achtsamkeit erleben" begann mit Übungen zum intensiven Spüren der eigenen Sinne, führte über die Beobachtung des eigenen Atems bis zum Erfassen der eigenen Gedanken. Aufgrund der positiven Rückmeldungen nach dem 1. Onlinetermin im April finden die Einheiten 14 tägig unter dem Schwerpunkten "Achtsamkeit spüren", "Achtsamkeit atmen", "Achtsamkeit denken" und "Achtsamkeit mit allen Sinnen" statt. Mittlerweile konnten zwei Termine im Freien mit direktem Kontakt stattfinden, da die Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Corona Virus gelockert wurden. Es wird weiterhin flexibel Termine geben, je nach Situation mit persönlichem Kontakt und in nötigem Abstand im Freien oder in den kalten Monaten im Nachbarschaftszentrum bzw. online. Viele Menschen, die sich noch immer in Quarantäne befinden, da sie an schweren Krankheiten wie COPD etc. leiden, sind besonders froh über dieses Angebot, da sie die meiste Zeit alleine zu Hause sind und Gefahr laufen, immer mehr zu vereinsamen, was sich negativ auf ihre Gesundheit und Lebensqualität auswirken würde. Sie freuen sich über jeden Termin und wenn sie sich mit anderen vernetzen und erzählen können, wie sich die Übungen auswirken. Es gab bisher viele positive Rückmeldungen der Teilnehmer*innen: "Aha, ich atme viel zu flach, ich spüre gar nicht die Pausen zwischen dem Ein- und Ausatmen!", "Vielleicht sollte ich beim nächsten Mal langsamer essen und öfter kauen, ich schmecke das Essen oft gar nicht sondern schlinge es nur hinunter.", "Jetzt habe ich ein schönes Bild im Kopf, das mich stärkt!", "Ich habe eine Übung gelernt, die mir dabei hilft, meine Gedanken zu zähmen." etc. Diese Übungen zur Stärkung der Achtsamkeit im Alltag führen auch dazu, dass man bewusst isst und auf sich achtet. Die Menschen beginnen, den Geschmack und Geruch sowie das Aussehen von Lebensmitteln intensiver bzw. genauer wahrzunehmen, was automatisch auch dazu führt, dass sie sich Gedanken über die Herkunft und Inhaltsstoffe machen. Biolebensmittel und eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann auf diese Art im wahrsten Sinne schmackhaft gemacht werden. Das Ziel der Gesundheitsförderung von sonst schwer zu erreichenden, oftmals bildungsfernen Zielgruppen, kann durch diese einfach durchzuführenden Übungen besser erreicht werden als durch hochschwellige Angebote wie Vorträge. Unterstützt werden die Teilnehmer*innen zusätzlich mittels kostenloser online oder persönlicher Gesundheits- und Ernährungsberatung durch eine weitere Mitarbeiterin des Nachbarschaftszentrums, Christine Grabner-Speiser, diplomierte Gesundheits-/Krankenpflegerin. In Quarantänezeiten bzw. durch eine Gesundheitskrise belastete Zeit brauchen die Menschen Tools, die sie selbst anwenden können, um sich in der eingeschränkten Lebenssituation gut zurechtzufinden und das Leben trotzdem lebenswert zu gestalten. Wenn Kinder durch die Wohnung laufen, Vorgesetzte Hochleistung fordern und die Angst um sich selbst und betagte/kranke Angehörige immer größer wird, stellen solche Übungen einen Rettungsanker dar, der sich auf die physische Gesundheit sowie die psychische und auch die gesamte familiäre Situation zu Hause auswirkt. Wir werden weiterhin am Puls bleiben und versuchen, den Menschen aller sozialer Schichten alles an Wissen weiterzugeben, das sie unterstützt und ihr Leben ein wenig leichter und wertvoller macht. Die Trainingsreihe „Achtsamkeit erleben“ wird bedarfsorientiert und mit zeitlicher und örtlicher Flexibilität so lange angeboten, wie erwünscht. Damit bleiben wir in sicherem körperlichen Abstand und leben soziale Nähe. Jede*r, die/der diese Übungen kennenlernt und trainiert soll zukünftig dieses Wissen kostenlos in seiner/ihrer Community weiterverbreiten.

Statement: 
Leben wir soziale Nähe mit körperlichem Abstand und viel Herz und Verstand! No social distancing - only physical distancing!
Details:
Termine: 25. August 2020
Zeit: 10:00-11:00 Uhr

Veranstalter:  Wiener Hilfswerk - Abteilung Nachbarschaftszentren: Sibylle Lamatsch
Art des Veranstalters:  NGOs/NPOs
Kontaktperson:  Mag. Sigrid Karpf
Mail/Tel.:  sigrid.karpf@wiener.hilfswerk.at oder 069910677412

Format:  Konferenzen, Workshops, Präsentationen
Zielpublikum:  Lokale Bevölkerung
Thema: Innovation und Empowerment: Stärken stärken