Tag der offenen Tür im nachhaltigen Reisebüro Cooltours

Bereits am Eingang des Betriebs, der sich in der im Norden von Graz befindet, nahm mich der Firmengründer und Chef Herr Dr. Hochegger in Empfang und schon zu Beginn der Tour konnte ich erkennen, dass der Begriff "Nachhaltigkeit" nicht ein reines Schlagwort ist, sondern auf allen betrieblichen Ebenen voll und ganz gelebt wird. Dies bemerkt man schon am Eingang. Dort befindet sich ein großer Parkplatz für Fahrräder, der auch notwendig ist, da viele Mitarbeiter auf das Auto verzichten und damit schon beim Weg in die Arbeit dazu beitragen die Umwelt zu entlasten. Als wir dann in den Hauptbereich mit Büros und den Geschäftsräumlichkeiten kamen schweifte mein Blick aus dem Fenster und da bemerkte ich erst in welchem Gartenparadies ich mich befand.

Gartenparadies mit nachhaltiger Bewirtschaftung

Selbstverständlich war unser nächster Weg, auch bedingt durch das gute Wetter, hinaus in den Garten. Dort angekommen wurden mir alle, und das waren viele, Beete, Kompostieranlagen und die einzelnen Anbauflächen für rein biologisches Gemüse und Obst gezeigt. Es wird dabei auf saisonale, sowie regionale Produkte äußersten Wert gelegt, die von der betriebseigenen Köchin zum täglichen Mittagessen für alle Mitarbeiter verarbeitet wird. Doch nicht allein das die Zutaten kommen aus eigener Produktion. Im weiteren Verlauf der Führung wurden mir die Regenwasseraufbereitung, die uA das Wasser für die Toiletten bereitstellt, sowie die zahlreichen Photovoltaikanlagen, deren Überschuss in das Stromnetz eingespeist wird, näher erklärt.

nachhaltiges wirtschaften

Doch nicht nur beim leiblichen Wohl wird auf Nachhaltigkeit wertgelegt. Ein eigenes CSR-Team überwacht die Maßnahmen, die im laufenden Geschäftsbetrieb die soziale Verantwortung des Unternehmens sicherstellen soll. Diese sind zum Beispiel das betriebsinterne Sportangebot mit Gruppenfitness, oder Personal Trainer zur Steigerung der Mitarbeitergesundheit, oder die flache Hierarchie im Unternehmen. Auch das Angebot im Kerngeschäft der Sprachreisen hat sich verändert. Deswegen hat man sich auch entschieden zusätzliche nachhaltige Aktivitäten bei den angebotenen Reisen anzubieten. Diese sind zum Beispiel eine Stadtführung in nicht mit dem Bus, sondern mit dem E-Bike anzubieten, oder die Unterkunft in nachhaltigen Hotels anzubieten. Diese Anstrengungen wurden 2013 auch mit einer externen CSR Zertifizierung bestätigt. Zum Abschluss der Tour wurde ich dann noch zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen und konnte mich persönlich davon überzeugen, dass biologisch, regional angebaute Lebensmittel nicht nur ökologisch wertvoll sind, sondern auch gut schmecken.

Bericht von NH-Reporter Daniel
Fotos: © Land Steiermark  

NH-Reporterin Aglavaine Lakner beim Pongauer Business Frühstück am 5. Juni 2018

>> Das Format „Business Frühstück“ wendet sich an Unternehmer*innen aus der Region. In gemütlicher Atmosphäre sollen aktuelle Themen angesprochen werden.

Auf Einladung von Leader Lebens.Wert.Pongau, der Werbegemeinschaft St. Johann, Bischofshofen, Schwarzach (SBS), Wirtschaftskammer Salzburg und Frau und Arbeit trafen sich  am Morgen des 5. Juni ca. 15 Unternehmer*innen in der Pongauer Stube des Hotels Alpenland in St. Johann, um über das schwierige Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf informiert zu werden und zu diskutieren. Die Fragen im Vorfeld lauteten: Welche persönlichen Erfahrungen haben die Teilnehmenden? Wie wird das Problem aus der Sicht des Unternehmens gesehen? Gibt es bereits gute Beispiele in der Region?

Ein Beispiel aus der Praxis

Zunächst erzählte Frau Dr. Doris Aufmesser, Ärztin für Allgemeinmedizin und Leiterin der Betriebe Dr. Aufmesser GmbH mit bis zu 40 Angestellten von ihrem Weg zur betrieblichen Kinderbetreuung. Das Unternehmen besteht aus einer Ordination, einer Klinik und einem Appartementhaus. Die junge Unternehmerin ist als Mutter einerseits persönlich vom Thema betroffen, andererseits stellte sie im Betrieb fest, dass es immer schwieriger wird gute Mitarbeiter*innen zu gewinnen und vor allem auch zu halten. Nach Mutterschutz und Karenz kommen die meisten nicht zurück, weil eine mit den Arbeitszeiten kompatible Kinderbetreuung fehlt.

Mit flexiblen Arbeitszeiten lassen sich nur die Bereiche lösen, in denen es nicht wichtig ist, wann die Arbeit erledigt wird – etwa im Büro. Also wurde nach einer Lösung gesucht und diese schließlich in der Anstellung einer Betriebstagesmutter gefunden. Im Gegensatz zu einer Betriebstagesstätte gibt es weniger gesetzliche Vorgaben. Unterstützt werden Unternehmen, die diesen Weg gehen wollen vom Zentrum für Tageseltern (TEZ). Es musste nur eine geeignete Wohnung gefunden und angemietet werden. Dort betreut nun eine erfahrene Tagesmutter im Moment 4 Kinder im Vorschulalter, also die Maximalzahl. Schulkinder dürften noch dazu genommen werden. Im Herbst soll aufgrund der wachsenden Nachfrage eine 2. Tagesmutter angestellt werden. Vor allem der Betreuungsbedarf für unter 3-jährige ist sehr hoch.

Im Moment betreut die Betriebstagesmutter die Kinder von MO-DO von 7.30 – 13.30, wobei eine fixe Anpassung von Betreuungs- und Dienstzeiten durch die unterschiedlichen Kollektivverträge leider nicht ganz möglich ist. Wichtig ist auch noch, dass es eine fixe Vertretung gibt, die die Kinder kennen, wenn die gewohnte Betreuerin krankheitsbedingt ausfällt oder Urlaub hat.

Finanziell sind der Kooperationsbeitrag fürs TEZ, die Wohnungsmiete und die Verpflegungskosten vom Betrieb zu bezahlen, beim Gehalt der Tagesmutter zahlen die Familien einen einkommensabhängigen Selbstbehalt, der Rest sollte von den Heimatgemeinden kommen, die aber fallweise Förderungen verweigern, wenn sie selbst freie Plätze haben.

Der Nutzen betrieblicher Kinderbetreuung für das Unternehmen ist nicht in Zahlen messbar, aber spürbar in der Verbesserung des Betriebsklimas und an der Mitarbeiterbindung. Außerdem ist es natürlich positive Öffentlichkeitsarbeit.

Wie geht es weiter?

Im Anschluss informierte uns Sabine Pronebner vom Forum Familie Pongau über die verschiedenen Möglichkeiten betrieblicher Kinderbetreuung und die notwendigen Schritte von der Bedarfserhebung bis zur Mitarbeitersuche. Dann wurden in 3 Gesprächsgruppen Problemfelder ausgemacht und protokolliert. Besonders diskutiert wurden die Probleme mit zu wenig Flexibilität in der Kinderbetreuung, die oft an gesetzlichen Vorgaben scheitert und mit den unterschiedlichen Dienstzeiten der Eltern schwer in Einklang zu bringen ist. Tatsache ist leider auch, dass von den meisten Arbeitgebern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch immer als Frauenthema betrachtet wird. Die Ergebnisse der Gespräche werden nun an die zuständigen Stellen in Gemeinden und Land weitergeleitet und dort hoffentlich aufgegriffen, wünscht sich

NH-Reporterin Aglavaine Lakner

Bauern- und Genussmarkt Oberwart

Vortrag zur neoliberalen Transformation des Agrarsektors Neuseelands

ReparaturTisch (RepairCafe)

Am 1. Juni 2017 fand in der Straßenbahn in der St. Veiter Straße 244 der ReparaturTisch statt. Das interessante war, dass die Straßenbahn bereits selbst für einen ReparaturTisch dienen könnte – diese ist doch ein Prachtstück, welches es wert wäre, gut zu erhalten.

DI Oliver Hönigsberger, der Organisator dieses Reparaturtisches und Mitglied des Vereins secoteco würde sich freuen, wenn in Zukunft mehrere Reparaturtische an diesem Ort stattfinden können. Grundsätzlich ist ein Reparaturtisch einmal im Monat geplant.

Ankündigungen dazu erfolgen auf folgender Facebook-Seite: https://www.facebook.com/Solidarökologische-Gemeinschaft-Verein-secoteco-1520976451470121/?fref=ts)

Was ist eigentlich ein Reparaturtisch oder auch RepairCafe?

Darunter wird das Reparieren von den eigenen defekten Gegenständen (z.B. Laptop, Wasserkocher, Bohrmaschine) unter Anleitung von Fachleuten bzw. Hobbybastlern verstanden. Der Ort und Zeitpunkt dieses Events wird in diesem Fall im Sozialen Medium Facebook bekannt gegeben. Jegliches Gerät, welches sich leicht transportieren lässt, kann zum ReparaturTisch mitgebracht werden. Ist für die Reparatur ein Ersatzteil notwendig, so wird auch nach diesem unter Hilfestellung recherchiert und bei erfolgter Lieferung über den Kunden bzw. die Kundin beim nächsten ReparaturTisch repariert. Neben dem gemeinsamen Reparieren besteht auch die Möglichkeit, sich Tipps zur Selbsthilfe zu holen und dies bei einer gemütlichen Tasse Kaffee oder Tee.

Der ReparaturTisch hat bereits zehn Mal in Feldkirchen, vier Mal im Lakeside Science & Technology Park in Klagenfurt und am 01. Juni das zweite Mal in der abgebildeten Straßenbahn in der St. Veiter Straße 244 stattgefunden. Repariert wurden bisher zum größten Teil Computer und Laptops. Diese seien laut Oliver auch am leichtesten wieder in funktionstüchtigen Zustand zu bringen, da der Defekt in den meisten Fällen an einem thermischen Problem liegt, welches durch die einfache Reinigung der Einzelteile beseitigt werden kann.

Abgesehen davon lässt sich jedoch der Großteil der im Handel verkauften Geräte nur mehr schwer reparieren. Es scheitert oft schon daran, dass sich diese nicht mehr in die Einzelbestandteile zerlegen lassen. Ein weiteres Problem stellt die Verfügbarkeit von Ersatzteilen dar, auch wenn sich das Gerät noch zerlegen lässt. Der Markt scheint nicht mehr danach ausgerichtet zu sein, Vorhandenes wieder in funktionstüchtigen Zustand zu bringen und dies zum Leid der nachhaltigen Entwicklung. Daher plädiert Oliver an all jene, die zur Nachhaltigkeit ihren Beitrag leisten möchten, sich gegen diese Wegwerfgesellschaft zu richten. Ein Besuch beim ReparaturTisch wäre bereits der erste Schritt, indem dem defekten Gerät eine zweite Chance gegeben wird – die Dienstleistung ist kostenlos.

Neben dem ReparaturTisch führt Oliver auch die online-Plattform „azeero.at“, auf welcher Produkte gelistet werden, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Sollte die Produktpalette sehr rar sein bzw. nicht in Österreich erhältlich, werden ebenfalls Baupläne zur eigenen Erzeugung bereit gestellt. Oliver ist bewusst, dass es in der heutigen Zeit oft schwer fällt, der Wegwerfgesellschaft zu trotzen, da das Wegwerfen neben dem Reparieren oft die verlockendere, weil oft günstigere und zeitsparendere, Alternative darstellt.

Trotzdem setzt er sich das Ziel, mehr Bewusstsein in diesem Bereich zu schaffen. Nachhaltigkeit beschreibt er über vier Attribute: ökologisch – sozial – transparent – lokal. Seiner Meinung nach ist der Begriff der Nachhaltigkeit nicht der adäquateste, weil Nachhaltigkeit prinzipiell Langlebigkeit bedeutet. Soziale, ökologische und regionale Faktoren als auch eine transparente Versorgungskette werden oft vernachlässigt.

Zusammenfassend können wir gemeinsam versuchen, beim Kauf neuer Produkte neben dem modularen Aufbau des Produkts auf die Produktion unter sozialen, ökologischen und regionalen Bedingungen zu achten. Die Reparatur ist im Optimalfall dem Neukauf vorzuziehen.

Ein Beitrag von Nachhaltigkeits-Reporterin Tina Ebner.

Kann die große Transformation gelingen?

Nachhaltiges Einkaufen bei "Einer für alle" Liezen

Frühstück im Weltladen in St. Johann im Pongau

EMAS-Konferenz 2017 „circular economy“