AKTIONSTAGE HIGHLIGHT - Denk:Schmiede am Fluss - Raum für Vernetzung, Beratung und Dialog

Menschen bzw. Organisationen beginnen wieder verstärkt, sich Gedanken über Ressourcen zu machen – aus der freien Wahl oder auch aus der Not. Das Bedürfnis Ressourcen zu bündeln, Synergien zu schaffen bzw. zu nutzen und neue Kooperationen einzugehen, um die ländliche Region nachhaltig zu gestalten, steigt wieder, ebenso das Bedürfnis nach Gemeinschaft, ohne die eigene Individualität aufgeben zu müssen.

Im Ortsteil Alt-Scharnstein findet eine umfassende Revitalisierung des historischen Zentrums am Almfluss durch einen Architekten statt. Die Denk:Schmiede am Fluss hilft als regionaler Vernetzungs-, Beratungs- und Dialogsraum im Almtal mit, das denkmalgeschützte Herrenhaus Geyerhammer wiederzubeleben und neu zu gestalten.

Nachdem kooperatives Arbeiten ein Wert ist, der für den Verein Denk:Schmiede am Fluss wichtig ist, hat der Vorstand Vertreter_innen der Gemeinde, Politik, Agenda21, der Wirtschaft und Bürgerinnen bzw. Bürger aus der Region eingeladen, den Aufbau mitzugestalten. Das Wunderbare daran war es, dass sich viele Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen für die Design-Thinking Workshops angemeldet haben.

© Denk:Schmiede am Fluss
© Denk:Schmiede am Fluss


Die Gestaltungsfrage, mit der wir uns in den Workshops genauer auseinandersetzten, lautete: „Wie kann die Denk:Schmiede ein für die Region zugänglicher Ort werden und sich langfristig und unabhängig als Lebensraum für Vernetzung, Innovation, Beratung und (Bürgerinnen & Bürger)Engagement etablieren?“

 

  1. Workshop: Verständnis & Empathie (April 2019)
    © Denk:Schmiede am Fluss
    © Denk:Schmiede am Fluss

Nachdem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Denk:Schmiede am Fluss einen unterschiedlichen Wissensstand hatten, wurde ein gemeinsames Verständnis für die Herausforderung geschaffen und vorhandenes Wissen in der Gruppe strukturiert. Daraus entwickelte sich auch ein Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppenmitglieder. In der zweiten Phase dieses Workshops ging es darum Empathie für die Zielgruppe zu entwickeln. Genauer gesagt: zu ergründen, um was es wirklich geht. Während dieses Workshops definierten die Bürgerinnen und Bürger externe bzw. interne Faktoren, die das Bestehen der Denk:Schmiede am Fluss beeinflussen, potentiellen Nutzer_innen, Herausforderungen und Chancen. 

 
© Denk:Schmiede am Fluss
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Die angewandten Methoden waren sehr unterschiedlich und tricksten auch immer wieder den Verstand aus, z.B. verzwickte Fragen-Spiel: In einer Kleingruppe wirft eine Person eine Frage ein, die anderen dürfen nur mit einer Frage darauf antworten. So vertiefen sich die Gedanken bzw. Fragen. Am Ende hat sich die Ausgangsfrage zur einer Frage nach der Übung transformiert, die mehr Neutralität bzw. Leichtigkeit beinhaltet. Durch diese Gegenfragen änderten und/oder vertieften sich die eigene Perspektiven, denn jede Gegenfrage forderte dich auf, zu überdenken, oder machte dich einfach sprachlos, da die Frage zuerst einmal sickern „musste“.

 

  1. Workshop: Empathie, Fokus & Ideen (Mai 2019)

    © Denk:Schmiede am Fluss
    © Denk:Schmiede am Fluss

    Zwischen ersten und zweiten Workshop lagen drei Wochen. In dieser Zeit hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Aufgabe, mit 2 bis 3 Personen des eigenen Umfelds über die Denk:Schmiede zu reden. Diese Aufgabe stellte sich als eine Herausforderung da, weil sich herauskristallisierte, dass es den einzelnen Personen selber noch nicht so klar ist, was die Denk:Schmiede ist. Genauer gesagt: Innerlich weiß ich es. Doch ich kann es noch nicht so in Worten fassen, dass es einer externen Person klar ist, wofür die Denk:Schmiede am Fluss steht. Das war ein spannender Moment im Prozess.

Der zweite Workshop begann mit einem Spaziergang in der Natur, um sich Assoziationen und Wahrnehmungen aus der Umgebung der Denk:Schmiede für diese zu holen. Die Natur lebt uns Vieles vor, woraus wir uns Ideen für das Eigene holen können.

Der nächste wichtige Teil dieses Workshops war die Erstellung der Personas. Hier kreierten wir in fünf Kleingruppen fiktive potentielle Nutzerinnen und Nutzer. Die vorgegebenen Punkte waren:

Diese Methode hat bei den teilnehmenden Menschen vieles bewegt, da plötzlich zukünftige Nutzerinnen und Nutzer real bzw. greifbar wurden. Zudem hatten wir dabei großen Spass. 

Aus dieser neuen Energie heraus setzten wir uns noch einmal mit der Gestaltungsfrage auseinander: Wie kann die Denk:Schmiede ein für die Region zugänglicher Ort werden und sich langfristig und unabhängig als Lebensraum für Vernetzung, Innovation, Beratung und (Bürgerinnen & Bürger)Engagement etablieren? Aus der eigenen Perspektive und aus der der Personas konkretisierten sich schon erwähnte Ideen bzw. kamen neue dazu.

 

 

  1. Workshop: Prototyp & Test (Juni 2019)
© Verein Denk:Schmiede am Fluss
© Verein Denk:Schmiede am Fluss

Mit Wehmut und Freude trafen wir uns Ende Juni zum dritten und vorerst letzten Workshop. Dieses Mal ging es darum, aus all dem Reichtum an Informationen, Perspektiven und Ideen Prototypen der Denk:Schmiede zu schaffen.

Dazu standen die unterschiedlichsten Materialien zur Verfügung – auch z.B Lego zum Bauen. Wunderbar war, zu erleben, wie offen und doch konkret die Gruppen im Schaffen waren. Aus all den Ideen und Punkten, die in den einzelnen Workshops gesammelt wurden, kristallisierten sich nun konkrete Prototypen heraus, die nun in den nächsten Monaten getestet werden.

Der Verein Denk:Schmiede am Fluss steht nun vor der Herausforderung diese tolle Ideen und die engagierten Menschen über den Sommer in den Herbst mitzunehmen. Doch die aktiv Ausführenden haben nun das Gefühl, dass es sehr gute Ansätze bzw. einen wertvollen Leitfaden gibt – und Menschen, die einem mit Rat und Tat dabei unterstützen.

© Verein Denk:Schmiede am Fluss
© Verein Denk:Schmiede am Fluss

 

 

Danke an alle Beteiligten für Euer Engagement!

                

 

Von Eva-Maria Großmayer-Gurney
Aktion: DesignThinking-Workshop "Denk:Schmiede am Fluss"

 

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Step by Step mit dem Plastik weg!

Wear Fair und mehr 2014 - Messe für Mode und nachhaltigen Lebensstil

Von 03. bis 05. OkBildquelle: BMLFUWtober fand heuer zum 7. Mal die Wear Fair & mehr, Messe für Mode und nachhaltigen Lebensstil in der ehemaligen Linzer Tabakfabrik statt.

Wer denkt, ein nachhaltiger Lebensstil brächte eine eingeschränkte Produktvielfalt mit sich, der wurde auf dieser Messe eines Besseren belehrt. Rund 180 Messestände verteilten sich auf vier Hallen.

In der großzügig angelegten Modehalle präsentierten zahlreiche AusstellerInnen ihre faire Mode, luden ein zum Anprobieren und informierten in einer gemütlichen Atmosphäre über die Herkunft der Textilien, den Prozess der Verarbeitung und ihre Verkaufskanäle. So präsentierten etwa Jens und Axel ihre Marke "brandless", 100% fairgehandelte, logofreie T-Shirts aus reiner Baumwolle, die in einer stylischen Verpackung aus Karton daherkommen. Ein Stück weiter wurden am Stand von La Schachtula handgemachte Stofftiere, Geschirrtücher und Handtücher liebevoll drapiert. Die Stoffe hierfür stammen ausschließlich aus dem Mühl- und Waldviertel.

WearFair und MEHR konnte sich dieses Event zu Recht nennen. Angefangen bei ethischen Geldanlagemöglichkeiten, über Entwicklungen im Bereich der umweltfreundlichen Mobilität, bis hin zur Nähküche, in der Altes einen neuen Glanz bekommt, wurden hier die zahlreichen Aspekte eines nachhaltigen Lebensstils sichtbar. BesucherInnen waren eingeladen sich zu informieren, mitzumachen und sich zu beteiligen, so etwa bei einer Unterschriftenaktion gegen die Freihandelsabkommen CETA, TTIP & TiSA.

Auch die Feinschmecker kamen hier nicht zu kurz. AusstellerInnen boten regionale Köstlichkeiten, wie Brot, Käse, Säfte, Wein, Wurst zum Kosten und Kaufen an. Das Interesse an den heimischen Produkten war groß. Rasch kamen Unterhaltungen über Ursprung, Herstellung, Verarbeitung und Transport der Produkte zu Stande. Bewusster Konsum, sich informieren und austauschen über die Dinge, die man kauft, etwas, das im Alltag oft zu kurz kommt, wurde im Rahmen der Messe mit einer Selbstverständlichkeit praktiziert.

Das Rahmenprogramm der Messe lud zu interessanten Diskussionen rund um's Thema, Filmvorführungen, Buchvorstellungen, Kochshows und vielen anderen spannenden Aktionen ein. Gemütliche Sitzgelegenheiten boten letztlich die Möglichkeit, sich von den Strapazen der Messe zu erholen und ausgeruht in die nächste Runde zu starten. Denn nur wer viele Runden auf der Messe drehte, konnte die Vielfalt, die sich dort bot, erfassen.Bildquelle: BMLFUW

(Ein witziges Detail am Rande: Messestände, Umkleiden und die Sitzmöbel auf der Bühne waren aus Karton.)

1. Netzwerktreffen der FAIRTRADE Gemeinden in OÖ

Den folgenden Bericht schrieb NH-Reporterin Ulrike im Jahr 2013:

Am Montag, den 7.Oktober 2013 wurde in Linz erstmalig ein Netzwerktreffen der FAIRTRADE-Gemeinden abgehalten. Die Organisation Südwind OÖ lud in Kooperation mit dem Welthaus OÖ und dem Klimabündnis OÖ neben VertreterInnen aus bereits bestehenden FAIRTRADE-Gemeinden auch jene Personen ein, die besonderes Interesse daran hatten, in ihren Heimatgemeinden ebenfalls die FAIRTRADE-Idee umzusetzen.

Und genau aus diesem Grund fand das Ideen-Seminar unter dem Titel „Kaffee ist erst der Anfang“ statt, zur Bewusstseinsbildung, zum gegenseitigen Erfahrungs- und Ideenaustausch sowie zur Bestärkung, an neuen Projekten zu arbeiten. Denn nach den fünf Zielen, die eine Gemeinde zu durchlaufen hat, um überhaupt als FAIRTRADE-Gemeinde ausgezeichnet zu werden, soll keinesfalls ein Stillstand eintreten. Der erste Schritt für eine Gemeinde und somit das erste dieser fünf Ziele stellt die Bekennung zu FAIRTRADE dar. In der weiteren Folge wird eine FAIRTRADE-Arbeitsgruppe gegründet. Als drittes Ziel gilt es, die FAIRTRADE-Produkte in der Gemeinde leicht verfügbar zu machen. Schließlich wird für die Produkte in der Gemeinde Lobbying betrieben, das heißt die Produkte werden in Vereinen, Schulen etc. verwendet. Als letzter Schritt bzw. fünftes Ziel w ird FAIRTRADE regelmäßig durch Berichterstattung beworben und durch Veranstaltungen bekannter gemacht.

Das Ideen-Seminar fand im Rahmen des Projektes TriNet Global (Globales Engagement von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung) statt, dessen Ziel es ist, das Engagement von WirtschaftsakteurInnen in Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsfragen zu fördern. Ein Schwerpunkt liegt hier auch auf der Stadt Linz, die mithilfe von TriNet Global den Titel „Fair Trade Town“ erlangen soll.

Die Möglichkeit, sich an diesem Nachmittag mit den FAIRTRADE-AkteurInnen anderer Gemeinden sowie den anwesenden Vertreterinnen von FAIRTRADE Österreich und ARGE Weltläden in entspannter Atmosphäre auszutauschen, wurde sehr gut angenommen und weitere Treffen dieser Art werden sicherlich noch folgen. Ein kleines Highlight des Netzwerktreffens stellte der eigens aufgestellte Kaffeeautomat GOFAIR dar, der nicht nur fair gehandelten Kaffee bot, sondern auch als erster klimaneutraler Kaffeeautomat gilt.

„Begegnen – Bestärken – Begeistern“ – diese drei Wörter fassen sehr treffend zusammen, was diese Veranstaltung erreichen wollte und auch erfolgreich umsetzen konnte.

https://www.nachhaltigesoesterreich.at/?post_type=aktion&p=1345&Jahr=37