An einem schönen Junitag machte ich mich auf zur Karl-Franzens-Universität Graz, wo sich im Zuge des Nachhaltigkeitstags, die Plattform für gesellschaftlichen Wandel, steiermark.gemeinsam.jetzt, mit einem Informationsstand vorstellte. Bevor ich den besagten Infostand ansteuerte ließ ich es mir allerdings nicht nehmen, auch die anderen Stände zu besuchen. Bei jedem einzelnen wurde ich kompetent beraten und über die Arbeit und die Ziele der einzelnen Vereine informiert.
Gemeinsam für ein besseres Miteinander
Am Stand meiner Wahl angekommen wurde ich nach einer sehr netten Begrüßung auch sogleich mit der Arbeit der Plattform steiermark.gemeinsam.jetzt vertraut gemacht. Es handelt sich hierbei um eine Netzwerk-Plattform, die einzelne Initiativen, Personen und Vereine gezielt zusammenbringt um gemeinsam im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens zu arbeiten. Dabei werden vor allem die Themenbereiche:
Ernährung, Gesellschaft, Kultur, Ökologie, Politik, Raum, Wirtschaft angesprochen. Es geht dabei vordergründig darum, dass man gemeinsam nicht nur mehr erreichen kann, sondern man kann auch gegenüber Machthabern stärker auftreten. Dieser Netzwerkgedanke soll vor allem dazu dienen, Personen, die etwas bewirken möchten, zusammen zu bringen. Dazu werden Interessenten tatkräftig unterstützt. Es handelt sich dabei konkret und Hilfe bei zum Beispiel der Suchen einer geeigneten Location für eine Initiative, oder der Abhaltung von Vernetzungsveranstaltungen. Inspiriert wurde die Plattform dabei von den 17 Global Goals for Sustainable Development der UN, die aufzeigen, dass in den oben genannten Themenbereichen erheblicher Nachholbedarf herrscht. Abschließend möchte ich noch einmal die Zielgruppe der Plattform hervorheben. Dies sind alle Personen, Initiativen oder Netzwerke, die eine progressive Zivilgesellschaft schaffen wollen um gemeinsam unsere Welt etwas lebenswerter zu machen.
Am 29. Mai 2018 ergab es sich, dass ich wieder einmal die HAK Grazbachgasse besuchen durfte. Doch dieses Mal nicht als Schüler, sondern als Nachhaltigkeitsreporter. Dort angekommen wurde ich bereits vom Klassenlehrer und von der Workshop-Leiterin Mag. Nina Köberl vom Umweltbildungszentrum Steiermark erwartet. Nach kurzem Austausch begann dann auch schon die Veranstaltung, die sich über 4 Unterrichtseinheiten erstrecken sollte.
Zu Beginn wurde erklärt, welche Ziele es eigentlich sind, die die Vereinten Nationen zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene definiert haben. Dies gestaltete sich äußerst kurz, da die Schüler bereits erhebliches Wissen mitbrachten. Es stand jedoch nicht das Vermitteln von "trockenem" Stoff im Vordergrund, sondern der Workshop zielte ganz klar darauf ab, die Schüler dahingehend zu sensibilisieren, dass man nicht alleine auf dieser Welt ist. Es ist vielmehr ein "Miteinander" in einem sich bedingenden Kreislauf. Das äußert sich dahingehend, dass jede Entscheidung, die ein einzelner trifft, Auswirkungen auf die Mitmenschen hat.
Das "WIR" im Zentrum. Tafelbild von Workshopleiterin Mag. Nina Köberl
Entscheidungen
Die Entscheidungen, die jeder einzelne trifft, haben Auswirkungen. Dies trifft vor allem auf den Konsum zu. Wie viele Dinge, zum Beispiel Kleidung oder Handys, braucht eine einzelne Person? Muss es immer ein neues Produkt sein und gibt es keine Alternative zum Neukauf? Im weiteren Verlauf des Workshops wurde gezielt auf den ungezügelten Konsum in der westlichen Welt eingegangen und die Schüler wurden mit der Tatsache konfrontiert, dass der Reichtum bzw. die Rohstoffe ungleich unter der Weltbevölkerung verteilt sind. Um dies zu illustrieren kam das sogenannte Weltspiel zum Einsatz. Dabei sollte von den Schülern auf einer Weltkarte mit Figuren, die Aufteilung der Weltbevölkerung, sowie die Aufteilung des Kapitals dargestellt werden. Dies zeigte abermals die ungleiche Verteilung und führte zur nächsten Fragestellung. Wie kann man sicherstellen, dass in Zukunft alle Menschen den gleichen Zugang zu Ressourcen haben? Es kann auf diese Frage nur eine Antwort geben: Verzicht. Aber auf wieviel ist jeder von uns bereit zu verzichten?
SDG 11 – Das steht für das Nachhaltigkeitsziel bzw. das „Sustainable Development Goal“ Nr. 11. Die sogenannten SDGs umfassen 17 ökologische, soziale und wirtschaftliche Ziele, die von der UN definiert wurden, um die bedeutendsten Probleme in unserer heutigen Welt bis 2030 zu adressieren. Sie umfassen von Armutslinderung, über Umweltschutz, bis Gleichstellung der Geschlechter eine Vielzahl an Vorschlägen, die aber nicht alle als realistisch erachtet werden. Wie utopisch deren Umsetzung ist und wie sie aussehen könnte, dem widmete sich die Vorlesungsreihe von Sustainability4U in Graz, bei der ich als Nachhaltigkeitsreporterin mit dabei sein konnte.
Sustainability4U – Die NachhaltigkeitsBLATTform.
So nennt sich die Initiative der vier Universitäten in Graz. Bestehend aus Mitgliedern der Medizinischen Universität, der Kunstuniversität und der Technischen Universität werden Universitäten übergreifende Aktivitäten zum Thema Nachhaltigkeit initiiert. So wollen die Grazer Unis als gutes Beispiel vorangehen und eine Vorreiterrolle für interuniversitäre Kooperationen einnehmen. Neben der regelmäßig stattfindenden Vorlesungsreihe wurde auch ein Leitfaden zur nachhaltigen Bürogestaltung erstellt. Außerdem wurde in einer Studie das Mobilitätsverhalten von allen Studierenden sowie Bediensteten der Universitäten erhoben, um ein nachhaltiges Mobilitätskonzept zu erarbeiten. Besonders interessant für die Studierenden ist aber die Vorlesungsreihe, die jedes Jahr im Sommersemester organisiert wird und aktuelle Fragestellungen der Nachhaltigkeit behandelt. Letztes Jahr war die Flüchtlingskrise das Thema und dieses Jahr stehen die Sustainable Development Goals im Mittelpunkt.
Die Vorlesungsreihe
Dieses Jahr fand sie bereits zum achten Mal statt die allseits beliebte Vorlesungsreihe. Jeden Mittwoch um 18:00 besuchten zahlreiche interessierte Studierende die Vorträge und nahmen an den heißen Diskussionen im Anschluss teil. Die Veranstaltung ist offen für alle Studiengänge und so sind alle Interessierten herzlich willkommen. Noch dazu kann man sich die Veranstaltung auch als freiwählbares Fach anrechnen lassen.
In 10 Vorträgen werden einige der 17 Ziele, die von der UN definiert wurden, herausgegriffen und unter dem Titel „MIT 17 DIE WELT RETTEN – Die Sustainable Development Goals zwischen Utopie und Realität“ kritisch diskutiert. Wie wirtschaftlich ist eigentlich Wirtschaftswachstum und welchen Beitrag können Universitäten leisten? Diese Fragen und noch einige mehr haben sich die renommierten Vortragenden gestellt und sie versucht mit ihrer Expertise aber auch in Diskussion mit den Studierenden zu beantworten. Ich konnte bei dem Vortrag von Aglaée Degros über nachhaltige Städte und Gemeinden dabei sein.
Die Expertin im Bereich Stadtplanung aus Belgien behandelte das Nachhaltigkeitsziel Nr 11: „Make cities and human settlements inclusive, safe, resilient and sustainable“. Wie man das umsetzen könnte hat sie beispielhaft anhand von einigen ihrer internationalen Projekte aufgezeigt. Es leben bereits mehr als 50% der Weltbevölkerung in Städten und das teils unter fatalen Bedingungen. Die Luftqualität, sowie die Mobilität in Städten sind wesentliche Faktoren, die die Nachhaltigkeit und die Lebensqualität im städtischen Raum bestimmen. Bei der lebhaften Diskussion danach, was denn dafür nötig wäre, brachten unter anderem auch Studierende aus China ihre Erfahrungen aus ihrem Heimatland ein.
Ein Bericht von Nachhaltigkeitsreporterin Julia Reichel
Mini-Interview mit Nicole Kantner von der Caritas Auslandshilfe Vorarlberg
Menschen.Machen.Morgen
Nicole Kantner ist Projektleiterin der JugendbotschafterInnen für UN-Kinderrechte bei der Caritas Auslandshilfe Vorarlberg.
>> Mit meiner Aktion will ich …
machen, dass es einigen jungen Menschen nicht egal ist, wie ihre Zukunft aussieht!
24 Jugendliche haben sich gemeinsam mit mir daran gewagt, die 17 Globalen Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung in Form eines Musicals auf die Bühne zu bringen!
Wir sehen das als Bildungsauftrag, weil man - um für eine lebenswerte Planeten ins Handeln zu kommen - diese Ziele nämlich erst einmal verstanden werden müssen!
Eigentlich sollte diese „Largest Lesson“ fest im Lehrplan an der JEDER Schule verankert sein. Ist er aber nicht!
Aber auch Verantwortlichen in der Politik sind nicht „sichtbar“ in dieser SDG Materie aktiv!
>> Welcher Tätigkeit gehe ich in meinem Berufsalltag nach?
Ich bin stolze Projektkoordinatorin der JugendbotschafterInnen für UN-Kinderrechte der Caritas Auslandshilfe!
Sie beschäftigen sich seit 5 Jahren mit der Bekanntmachung der Kinderrechte sowie der SDGs - Globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung!
Und das mit den coolsten Aktionen!
Diese ca. 20 Jugendlichen sind voll in den Themen drinnen, die man „normalen“ Teenagern gar nicht zuschreiben würde!
in ihrer Freizeit zählen für sie soziales Engagement und der so wichtige Blick über den Tellerrand.
Es ist eine Freud mit ihnen zu arbeiten. Sie sind bereit unbekanntes Terrain zu betreten, reflektieren und beschäftigen sich mit konkreten Problemen und versuchen Lösungsansätze nicht nur zu überlegen, sondern auch mit ihren Mitteln ein Stück weit umzusetzen… in Süd-Äthiopien aber auch hier im Ländle!
Diese Zeit prägt, und formt sie, beeinflusst ihre Zukunft ungemein und unterstützt die Auslandshilfe ganz konkret in der Bildungsarbeit.
Dies ist bereits das 6. Musical mit einer klaren Botschaft!
>> Wie setze ich die Agenda 2030 mit meiner Tätigkeit um?
Die Jugendbotschafter sind und werden bemüht sein, die Nachhaltigkeitsziele nicht nur bei ihren eigen-finanzierten Kleinprojekten im Süden Äthiopiens einzubinden und umzusetzen, sondern auch in Vorarlberg „sichtbarer“ zu machen. Mit ihrem Projekt „drastic plastic!“ sind sie derzeit auf der Suche nach Kooperationspartner, um zu versuchen, Vorarlbergs Schulen auf Glasflaschen- / Glaspfandautomaten umzustellen, da durch den Getränkekonsum an Schulen unfassbar viel Plastikmüll entsteht.
Auch bei der geplanten „Wir essen die Welt“ Ausstellung der Caritas Auslandshilfe in der Inatura ab kommenden Herbst…. Sollen die SDGs für Besucher sichtbar gemacht werden. Auch an Schulen werden verschiedene Workshops angeboten.
>> Wie motiviere ich Menschen, die für meine Themen schwer zu erreichen sind?
Bei der Arbeit mit Jugendlichen ist es glaube ich ganz wichtig, das Zeitpensum nicht überzustrapazieren, und Unterstützungsarbeit in der Umsetzung IHRER Themen zu bieten.
Wichtig finde ich auch, dass man ihnen etwas zutraut und sie sich durch ihr Engagement bestärkt und anerkannt fühlen.
Es sind immer mehrere Projekte am Laufen, damit sich jeder ganz nach seinem Ermessen einbringen kann!
Man muss bereits sein auch mal „Unmögliches“ wahr zu machen und mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, wenn es denn nicht anders geht!
Natürlich muss man whatsapp lieben und manchmal auch etwas GEDULDIG sein!
>> 3 Wünsche an das Leben im 22. Jahrhundert:
Es ist einfach UNVERZICHTBAR, dass wir alle unser Handeln viel nachhaltiger ausrichten als bisher.
Ich hoffe nach wie vor in das Gute im Menschen, endlich selbst in Aktion zu treten.
Ich hoffe, dass der technische Fortschritt nicht nur dazu führt, dass Menschen beginnen wie Computer zu denken, und ihre Sozialkompetenzen nicht auf der Strecke bleiben!
Toll wäre es, wenn gewisse Gesetze für die jüngeren Generationen gäbe, die sie vor dem Informations-„Überfluss“ schützen, damit sie wieder etwas Naturverbundenheit und Simplicity leben können, ohne ständig das Gefühl zu haben, etwas Wichtiges zu verpassen!
HLPF and SDGs – what’s that?
Vortrag zur neoliberalen Transformation des Agrarsektors Neuseelands
Sustainable Development Goals umsetzen – Aber wie? Österreichs Weg und Beispiele aus Europa
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