Rückblick auf die Ortskernwerkstatt in Munderfing

Viele Orts- und Stadtkerne, insbesondere in ländlichen Regionen, sind von Leerständen und Funktionsverlusten geprägt, dies neben tiefgreifenden demografischen Veränderungen, einem hohen Verkehrsaufkommen, Siedlungsdruck und zunehmender Bodenversiegelung und stellen Städte und Gemeinden somit vor große Herausforderungen. Um mögliche Lösungsansätze zu diskutieren haben das Landwirtschafts-, Wirtschafts- wie auch das Infrastruktur-Ministerium am 01. Oktober 2025 zur Ortskernwerkstatt mit dem Titel „Zukunftsfitte Gemeinden in ländlichen Regionen“ nach Munderfing in Oberösterreich geladen.
Munderfing mit Zukunftsprofil
Der Ort Munderfing wurde nicht zufällig gewählt, zeichnet diese Gemeinde doch bereits jahrzehntelange Zukunftsarbeit aus. Im Rahmen des vom Land Oberösterreich Agenda.Zukunft-geförderten Projekts wurde erst vor kurzem das neue „Zukunftsprofil 2.0“ für die Jahre 2025 bis 2035 erstellt, dies als Ergebnis eines intensiven Agenda-2030-Prozesses.
Ortskernwerkstatt zur Stärkung ländlicher Regionen
Die Ortskernwerkstatt begann mit einer thematischen Einführung durch die drei einladenden Bundesministerien, dabei stand der ressortübergreifende Austausch im Mittelpunkt. Drei zentrale Schwerpunkte vereinen sich in der Auseinandersetzung mit der Entwicklung von Orts- und Stadtkernen: die Sicherung der Daseinsvorsorge und der Lebensqualität, die Förderung einer qualitätsvollen Baukultur sowie das Streben nach Nachhaltigkeit in Bau und Umbau sowie generell in der Orts- und Stadtentwicklung.
Ein Fachinput zum Praxisleitfaden für die Integrierte Entwicklungsplanung und dem dazugehörigen Konzept als strategisches Instrument für die Raumplanung folgten, eine Veröffentlichung des aktuellen Leitfadens ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen.
Impulse für die Ortskernentwicklung
Die Diskussionen lieferten eine Vielzahl praxisnaher Erkenntnisse und konkreter Empfehlungen: etwa Leerstandsmanagement sollte auf Gemeindeebene angesiedelt sein oder interkommunale Kooperationen brauchen klare Strukturen wie Verwaltungsgemeinschaften und Mehrzweckverbände. Auch die Bürger:innenbeteiligung bei Leerstandsnutzungen wurde als Schlüsselfaktor hervorgehoben – etwa durch Agenda 21-Prozesse. Für die Anschlussfinanzierung im Leerstandsmanagement wurden eigene Ressourcen, regionale Einbindung und tragfähige Geschäftsmodelle als notwendig erachtet. Abschließend wurde betont, wie wichtig Eigeninitiative, private Finanzierungsmodelle und Bürgergenossenschaften für eine lebendige Ortskernentwicklung sind.
