New York und die Menschen

New York begrüßt mich mit strahlendem Sonnenschein und überaus freundlichen Menschen. Höflichkeit und Respekt sind Eigenschaften, die mich auf meiner gesamten Reise begleiten, ob innerhalb der UNO oder in der Stadt. Auch alle Mitglieder der österreichischen Delegation und Ständigen Vertretung nehmen mich offen auf und stehen mir mit Rat und Tat zur Seite, ganz besonders Wolfram Tertschnig, Abt. Leiter für Nachhaltige Entwicklung und natürliche Ressourcen des Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) und Elfi-Anna More,  Abt. Leiterin für Internationales im BMNT, mit denen ich viel Zeit verbringe.

Die zwei gegensätzlichen Seiten New Yorks lerne ich bereits am ersten Tag kennen. Riesige Wolkenkratzer entlang stark befahrener Straßen wechseln sich mit kleinen begrünten Gassen mit alten Backsteinbauten ab, Uferpromenaden an den Flüssen mit hübsch gepflegten Gärten. Auf den Gehsteigen türmen sich täglich Berge von Müllsäcken, abends nutzen obdachlose Menschen die Zwischenräume als Schlafquartier und NachbarInnen stecken ihnen den einen oder anderen Dollar zu bzw. bringen Essen vorbei.

 

Die Stadt pulsiert Tag und Nacht und ist nachts hell erleuchtet. Ich entdecke keine nachhaltigen Energiequellen oder Maßnahmen zur Müllvermeidung/-trennung. Nur die UNO hat es sich zur Aufgabe gemacht und vorbildhaft Einwegplastik vom Gelände verbannt.
Da ich mich sehr sicher und wohl fühle, bin ich auch abends nach dem Kongress z.B. einmal alleine an der Uferpromenade von Brooklyn unterwegs. Hier wird sogar nach Einbruch der Dunkelheit gejoggt wie im Wiener Prater, Familien picknicken an den kostenlosen Grillplätzen wie auf der Donauinsel und schwimmende, flutlichtbeleuchtete Plattformen mit Fuß- und Handballplätzen werden von SportlerInnen genutzt.

 

 

Regeln bestimmen den Alltag. Das Rauch- und Alkoholverbot wird z.B. auch in Parks und am Strand kontrolliert. Auf der Zwischenwand in den Taxis findet man den Hinweis, dass man mit einer Strafe von bis zu 25 Monaten Haft zu rechnen hat, sollte man den Fahrer beschimpfen.

Ein Taxler, Pakistani, erzählt mir von seinem täglichen 12 – Stunden Job, mit dem er es nur schwer schafft, für seine Familie zu sorgen, da seine Wohnung in der Bronx  2.000 US-Dollar kostet (exkl. Energie). Das „Trinkgeld“ ist ein fixer Bestandteil seines Gehalts und ca. 18 % werden von den Gästen auch bei Restaurantbesuchen erwartet, da der Stundenlohn der KellnerInnen oftmals nur 3 bis 4 US-Dollar und die Steuer über 8% beträgt. In New York zu leben scheint also nicht gerade günstig zu sein obwohl mir ein Kellner erzählt, dass er nie wieder in Österreich arbeiten würde, da es dort viel zu bürokratisch sei und er in den USA viel einfacher einen Job findet, bei dem er viel verdient. New YorkerInnen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Lebensgeschichten und Meinungen – wie überall auf der Welt.

 

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