Einen passenderen Ort hätte sich das Jugend Eine Welt-Team für ihre Aktion nicht aussuchen können. Wo sonst hätte man auf die elenden Arbeitsbedingungen der NäherInnen unseres Fast Fashion-geprägten Kleiderkonsums hinweisen können als auf dem Platz der Menschenrechte am Beginn der Mariahilfer Straße im Herzen Wiens? Die Resonanz auf den Kleidertausch war bereits vorher durchweg positiv. In den sozialen Medien zeigten sich fast 400 Personen daran interessiert.

Ein engagiertes Team mit einer Mission

Die Idee für das Fair-Tausch-Dich entsprang einer motivierten Gruppe innerhalb des ehrenamtlichen Jugend Eine Welt-Bildungsteams, welches seit sechs Jahren zumeist in Schulen aktiv ist, aber auch Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene anbietet – unter anderem zum Thema SDGs. Die meisten dieser 19-25-Jährigen haben ihr Freiwilliges Soziales Jahr in pädagogischen Projekten im Ausland absolviert. Zurück in Österreich wollten sie sich weiterhin engagieren. Sie waren der Meinung, dass man die bestehenden Strukturen nicht nur an den Orten der Produktion im Ausland, sondern auch an denen des Konsums im Inland ändern muss. Thematisch werden die Bereiche Werbung und Konsum, Kleidung, Armut und politische Engagement behandelt.

Das große Tauschfest

Das Team selbst hat im Vorfeld bei KollegInnen und Familie fleißig Klamotten gesammelt, die man gegen eigene Stücke tauschen konnte, ganz nach dem Motto „out with the old – in with the new“, nur eben mit bereits gebrauchter Kleidung. An dieser mangelt es nämlich überhaupt nicht. Viele waren froh darum, ihre ausgemisteten Klamotten loszuwerden. Das Publikum war bunt gemischt. Zumeist fanden sich junge Menschen ein, besonders Frauen. Aber auch Studierende, ältere Damen und Obdachlose haben sich über dieses Angebot gefreut.

Durchs Reden kommen die Leute zusammen

Das Bewusstsein über den Einfluss der Modeindustrie war sehr unterschiedlich ausgeprägt. Nicht nur am Stand, sondern auch beim Bewerben der Aktion auf der Mariahilfer Straße kam es zu anregenden Gesprächen über den Einfluss der Modeindustrie auf Produktionsbedingungen und Konsumverhalten. Hierbei wurden auch die ökologischen und sozialen Folgen angesprochen. Anderen war die komplexe Thematik neu. Für sie war diese Aktion ein mehr als gelungener Denkanstoß. Dabei halfen auch die vom Bildungsteam verteilten Clean ClothesBroschüren.

Der trotz angekündigtem Regen sonnige Tag ging für die Gruppe mit einer letzten guten Tat zu Ende: alle übrig gebliebenen Kleidungsstücke wurden zur Gruft gebracht. Das Aktionstage-Team dankt für so viel Engagement und wünscht sich bald mal wieder so eine tolle Aktion!

 

Zum Aktionstage Highlight – Teil 1: Musical SOLVE IT Die Zeit läuft!

Zum Aktionstage Highlight – Teil 2: Kinderuni Vorarlberg – Warum ist es ein Problem, wenn das Klima sich verändert?

Zum Aktionstage Highlight – Teil 4: Casinos Austria Integrationsfußball WM 2018

Zum Aktionstage Highlight – Teil 5: Jeans-Projekt

 

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