>> Welche Kompetenzen und neue Entwicklungen brauchen wir für eine nachhaltige Entwicklung unseres Lebensraums und unserer Gesellschaft?

Wir brauchen Weitblick, Innovationsgeist, die Bereitschaft neues auszuprobieren, gute Partizipationsprozesse relevanter Akteurinnen und Akteure, um maßgeschneiderte und wirksame Lösungen für die konkreten Probleme zu finden. Politisch braucht es Mut und Verantwortungsbewusstsein, ein langfristiges Ziel durch jetzige Maßnahmen anzusteuern. Wer beim Klimaschutz auf der Bremse steht, trägt dazu bei, dass noch mehr Regionen auf dieser Erde unbewohnbar werden. Die heutige Generation weiß über die Konsequenzen von mangelndem Klimaschutz Bescheid. Nicht zu handeln heißt, den heutigen Kindern und den nächsten Generationen einen großen Berg an Umwelt- und sozialen Problemen zu hinterlassen.

>> Was bedeutet Nachhaltige Entwicklung für Sie ganz persönlich in Ihrem privaten, oder beruflichem Leben?

Nachhaltige Entwicklung bedeutet für mich Achtsamkeit und Respekt gegenüber den Menschen und der Umwelt. Der heutigen Generation wird in einigen Jahrzehnten die Frage gestellt werden: Was hast du damals gegen den Klimawandel getan? Ich möchte ruhigen Gewissens sagen können: Mein Möglichstes.

>> Warum unterstützen Sie als PartnerIn die Aktionstage Nachhaltigkeit?

Die Aktionstage Nachhaltigkeit ermutigen zum Handeln. Sie zeigen, dass jeder und jede von uns einen Beitrag für eine umweltfreundlichere und fairere Gesellschaft leisten kann.

>> Welche wichtigen Auswirkungen hat das in Paris beschlossene Klimaabkommen?

Das Pariser Klimaabkommen gibt ein ganz klares Ziel vor: Um die Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad zu beschränken, muss spätestens bis zum Jahr 2050 der Ausstieg auf fossiler Energie gelingen. Der VCÖ konzentriert sich auf den Verkehrsbereich. Der Verkehr muss bis zum Jahr 2050 erdölfrei funktionieren. Eine große Herausforderung, immerhin wurden im Vorjahr  in Österreich noch zehn Milliarden Liter Diesel und Benzin getankt. Manche meinen, um das Klimaziel zu erreichen, bräuchten nur die Verbrennungsmotoren durch Elektro-Motoren ersetzt werden. Das ist ein großer Irrtum. Der Energieverbrauch des Verkehrs ist bis zum Jahr 2050 trotz Bevölkerungswachstums zu halbieren, damit die benötigte Energie aus erneuerbare Quellen nachhaltig produziert werden kann. Das heißt, wir brauchen eine umfassende Mobilitätswende, die dazu führt, dass ein Großteil unserer Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt werden. Dafür braucht es unter anderem verkehrsparende Siedlungsstrukturen, eine ökologische Steuerreform, ein Ende von Förderungen für klimaschädliche Mobilität und einen umfassenden Ausbau des klimafreundlichen Mobilitätsangebots. Was viel zu wenig berücksichtigt wird: Eine klimafreundliche Mobilitätswende bringt einen vielfachen gesellschaftlichen Nutzen: Eine bessere Luftqualität, mehr gesunde Bewegung, geringere Kosten für die Haushalte. Und wenn Österreich die Chance wahrnimmt und sich als Europas Kompetenzzentrum für klimafreundliche Mobilität positioniert, dann werden viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Immerhin haben fast alle Staaten der Welt den Klimavertrag unterschrieben und brauchen Lösungen für eine umweltfreundliche Mobilität.

VCÖ Ulla Rasmussen 438Ulla Rasmussen ist im „VCÖ – Mobilität mit Zukunft“ (Verkehrsclub Österreich) zuständig für den Bereich Klima und Energie.
Weitere Infos finden zu ihren Tätigkeiten finden Sie hier.

 

 

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